Büroluft enthält genug Ozon, um unsere Haut zu reizen

17. August 2009, 21:00
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Hautfette reagieren mit dem Gas, das auch aus Laserdruckern oder Kopiergeräten freigesetzt wird

Innsbruck - Ozonwarnungen werden regelmäßig während der warmen Jahreszeiten ausgegeben - doch nicht nur im Freien sind wir dem Reizgas ausgesetzt, auch die Büroluft ist mit Ozon angereichert, wenn auch in geringerer Konzentration. Wissenschafter haben festgestellt, dass die natürlichen Fette unserer Haut mit dem Ozon aus der Raumluft reagieren. Die dadurch entstehenden Reaktionsprodukte könnten ebenso gesundheitsschädlich sein, wie das Gas selbst. Zu diesem Schluss kamen Innsbrucker Forscher in einer Studie in Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen. Die Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) berichtet darüber vorab online.

Das Ozon gelangt durch geöffnete und gekippte Fenster, die Lüftungsanlage oder bauliche Undichtheiten in Büros oder Wohnräume. Das Reizgas bildet sich bei intensiver Sonneneinstrahlung in der Außenluft aus flüchtigen organischen Verbindungen und Stickoxiden. Es werde aber auch von bestimmten Laserdruckern oder Kopiergeräten freigesetzt, heißt es in der Studie. Armin Wisthaler vom Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Leopold Franzens Universität Innsbruck und der US-Chemiker Charles J. Weschler vom Environmental and Occupational Health Sciences Institute in New Jersey zeigen in ihrer Studie, dass Ozon bevorzugt mit einem in den natürlichen Hautfetten enthaltenen, mehrfach ungesättigten Kohlenwasserstoff (Squalen) reagiert.

Bislang "naive Sichtweise"

"Ozon reagiert in Innenräumen mit einer in diesem Zusammenhang bisher kaum untersuchten Oberfläche, der menschlichen Haut", erklärte Wisthaler. Als Folge entstünden zahlreiche einfache und substituierte Carbonylverbindungen, die die Raumluft anreichern und eingeatmet werden. Bisher habe die "naive Sichtweise" vorgeherrscht, dass nur das Ozon aus der Luft aufgenommen werde, durch diese Studie sei nun aber erstmals ein zweiter Expositionsweg nachgewiesen worden, sagte Wisthaler. Die Auswirkungen auf die Gesundheit müssten genau untersucht werden.

Die Forscher simulierten bei ihrer Studie die Reaktionen und Folgereaktionen des Reizgases bei typischer Ozonkonzentration in einem mit zwei Personen besetzten Büro. Laut den Ergebnissen reduziere die Anwesenheit einer einzelnen Person die Ozonkonzentration in der Büroluft um zehn bis 25 Prozent. Davon werde nur ein geringer Anteil - weniger als zwei Prozent - eingeatmet, der Großteil zersetze sich an Haut, Haar und Kleidung. Viele der entstehenden Oxidationsprodukte würden als reizend oder sensibilisierend für Haut und Atemwege eingestuft. (APA/red)


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PNAS

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