Telekom im Halbjahr mit deutlichem Umsatz- und Ergebnisminus gesehen

17. August 2009, 18:31
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Schwacher Trend in Osteuropa dürfte belasten

 Analysten heimischer Banken erwarten im Vorfeld der am Mittwoch anstehenden Veröffentlichung der Halbjahres-Zahlen 2009 der Telekom Austria (TA) sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn deutlich schwächere Ergebnisse als im Vorjahr.

Die Wertpapierexperten der UniCredit, der Erste Bank und der Raiffeisen Centrobank (RCB) sehen im Durchschnitt ihrer Prognosen einen Halbjahresumsatz von 2,416 Mrd. Euro. Im Vergleich zu den ersten zwei Quartalen des Vorjahres entspricht das einem Minus von 4,7 Prozent.

Die Konsensusschätzung für das Betriebsergebnis (Ebit) lautet auf 349,0 Mio. Euro - daraus errechnet sich ein Minus von 10,5 Prozent zum Vorjahresvergleichszeitraum. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird durchschnittlich eine Verringerung von 6,9 Prozent auf 901,4 Mio. Euro geschätzt.

"Das wirkt sich zwangsläufig auch auf das operative Ergebnis aus"

Für UniCredit-Analyst Harald Weghofer ist die rückläufige Tendenz auf den gestiegenen Wettbewerb und auf Währungseffekte in den osteuropäischen Ländern zurückzuführen. Vor allem in Weißrussland wirkte sich die Währungsabwertung deutlich negativ aus. "Das wirkt sich zwangsläufig auch auf das operative Ergebnis aus", so Weghofer. Das Finanzergebnis dürfte von höheren Zinskosten für neue vom Unternehmen begebene Anleihen belastet werden. Er empfiehlt die Telekom-Aktie mit "Halten" und einem Kursziel von 11,50 Euro.

Erste Group-Analystin Vera Sutedja erwartet keine besonderen Einmaleffekte, der Mobilfunkbereich dürfte aus ihrer Sicht einen leichten Rückgang beim Umsatz in Österreich, Kroatien und Bulgarien hinnehmen. Auch die Roamingeinnahmen sieht sie rückläufig. Sie weist auch auf die Wichtigkeit des Ausblicks für 2009 hin und empfiehlt die Telekom-Aktie mit "Halten" bei einem Kursziel von 11 Euro. In Kroatien gäbe es seit 1. Juli eine staatliche Gebühr in der Höhe von sechs Prozent des Telefonie- und Messaging-Umsatzes. Die kroatische Regierung beschloss diese Maßnahme, um die Staatseinnahmen in Rezessionszeiten zu erhöhen.

Auch für die Raiffeisen Centrobank und ihren Analyst Bernd Maurer ist die Telekom Austria mit "Halten" zu bewerten. Er nennt ein Kursziel von 11,60 Euro. Bei den Halbjahreszahlen sei es wichtig, zu "schauen, ob sich der schwache operative Trend in Osteuropa ändert". Die Zahlen dürften von rückläufigen Umsätzen gekennzeichnet sein. "Positiv wäre, wenn sich zumindest der durchschnittliche Umsatz je Kunde stabilisiert", sagte Maurer. (APA)

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