Polizei geht erneut gegen Islamisten-Sekte vor

16. August 2009, 16:53
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Hunderte Festnahmen

Minna - In Nigeria ist die Polizei rund zwei Wochen nach heftigen Kämpfen mit radikalen Sektenanhängern erneut gegen eine islamistische Gemeinschaft vorgegangen. Dieses Mal wurden im Teilstaat Niger rund 600 Mitglieder der Sekte Darul Islam festgenommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass auf dem Gelände der Gemeinschaft Frauen gewaltsam als Ehefrauen von Sektenmitgliedern festgehalten würden, sagte ein Sprecher. Die Festgenommenen seien in eine nahe gelegene Schule gebracht worden und würden verhört. Die Razzia sei friedlich verlaufen, keine Schüsse seien gefallen.

Örtlichen Journalisten zufolge leben bis zu 3.000 Menschen in der Sektengemeinde am Rande des Ortes Mokwa im Westen von Nigeria. Der Polizei zufolge waren einige Sektenmitglieder aus Kamerun, dem Staat Niger und dem Tschad dorthin gekommen. Anfang August waren bei heftigen Kämpfen im abgelegenen Nordosten von Nigeria fast 800 Menschen getötet worden, als Sicherheitskräfte gegen eine nach dem Vorbild der radikal-islamischen Taliban in Zentralasien organisierte Sekte vorging. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Im Norden leben überwiegend Muslime, im Süden Christen. (APA/Reuters)

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    Die nigerianischen Behörden beim Aufnehmen der Identitäten eingewanderter Sektenmitglieder.

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