Hoffnung im Kampf gegen Hautkrebs

15. August 2009, 10:07
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Neue Kombinationstherapie erfolgreich an Mäusen erprobt

Bonn - Im Kampf gegen den schwarzen, besonders aggressiven Hautkrebs verspricht eine - bisher aber nur an Mäusen erprobte - neue Kombinationstherapie enorme Fortschritte. Wissenschafter der Universität Bonn konnten mit dem Verfahren selbst schwer kranke Tiere erfolgreich behandeln: Sowohl die Primär-Tumoren in der Haut als auch die Metastasen verschwanden vollständig. Jetzt soll die neue Behandlungsmethode an Menschen getestet werden.

Kombinationstherapie

Die Forscher unterzogen die krebskranken Mäuse zunächst einer Chemotherapie. Im Anschluss spritzten sie den Tieren Killerzellen des Immunsystems in die Blutbahn, die Hautkrebszellen spezifisch erkennen können. Zusätzlich injizierten sie künstlich hergestelltes Viren-Erbgut, um die natürliche Immunabwehr in Alarmbereitschaft zu versetzen. Notwendig für den Erfolg der Therapie waren alle drei Komponenten, wie die Mediziner betonen: Alleinige Chemo- oder Immuntherapien blieben weitgehend unwirksam.

Tumorzellen enttarnt

Schlüssel zum Erfolg war den Wissenschaftern zufolge die Nutzung eines uralten körpereigenen Abwehrsystems: Normalerweise mache das Immunsystem Krebszellen den Garaus, erklärt der Direktor des Bonner Uni-Instituts für Klinische Chemie und Pharmakologie, Gunther Hartmann. In vielen Fällen erkenne es jedoch die entarteten Tumorzellen nicht als Feind. Durch den Einsatz von künstlicher Erbsubstanz ließen sich diese Tumoren gewissermaßen enttarnen, sagte der Experte: "Wir nutzen dabei einen Abwehrmechanismus unseres Körpers gegen Viren."

Die Zellen erkennen das Erbgut von Viren laut Hartmann mit Hilfe spezifischer Rezeptoren. Dies führe zur Aktivierung der körpereigenen Abwehr. "Mit neuen Designer-Molekülen können wir diese Rezeptoren sowohl in Immunzellen als auch direkt in Tumorzellen gezielt stimulieren", erklärte der Wissenschafter. Dieses neue Therapieprinzip nehme Tumorzellen in die Zange und treibe sie in den Selbstmord. (APA/AP/red)

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