Genvariante verzögert Aids-Auftreten bei Frauen

14. August 2009, 12:44
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Variante steht mit einem verlangsamten Verlust von Immunzellen in Zusammenhang

Kiel - Aids tritt bei einigen HIV-infizierten Frauen erst mit großer Verzögerung auf. Dies hat auch genetische Ursachen, besagt eine neue Studie: Eine Gen-Variante im Geschlechtschromosom X verlangsamt den Krankheitsverlauf, so der Genetiker Michael Krawczak. Er war Mitglied eines internationalen Forscherteams, das vom Fritz-Lipmann-Institut in Jena koordiniert wurde.

Die Ergebnisse könnten helfen, Prognosen über den Krankheitsverlauf bei Aids-Patientinnen zu treffen, aber auch, die Entstehung und Behandlung von Aids auch unter geschlechtsspezifischen Aspekten zu erforschen. Außerdem könne die entdeckte Gen-Variante langfristig bei der Suche nach einem Medikament gegen Aids von Nutzen sein, sagte Krawczak. Die Studie wurde im Fachmagazin "American Journal of Human Genetics" (Bd. 85, S. 228) veröffentlicht.

Medikamentöse Behandlung

Bei einigen HIV-Infizierten kann es nach der Ansteckung mehr als zehn Jahre dauern, bis eine medikamentöse Behandlung nötig wird, rund die Hälfte braucht aber spätestens nach zwei Jahren Medikamente. Patientinnen mit der nun gefundenen Gen-Variante bleibt viermal mehr Zeit, durchschnittlich acht Jahre. In Europa trügen etwa 20 Prozent der Frauen die vorteilhafte Gen-Variante, in Afrika nur drei, in Asien über 50 Prozent. Nach wie vor seien aber etwa 85 Prozent der genetischen Faktoren, die den Aids-Verlauf beeinflussen, ungeklärt, so Krawczak. (APA/red)

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