Sprungbrett zur Sängerkarriere

14. August 2009, 10:50
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Zum zweiten Mal findet bei den Salzburger Festspielen das "Young Singers Project" statt - Junge, begabte Künstler haben die Chance, sich fortzubilden, Proben zu besuchen - und vielleicht entdeckt zu werden

Singen allein genügt nicht. Auch wenn die Stimme noch so großartig klingt, hilft das wenig, wenn das Auftreten nicht dazu passt. Michael Schade, einer der führenden Opern- und Liedsänger der Gegenwart, wird nie müde zu betonen, wie entscheidend auch für Künstler die richtige Körpersprache sein kann - besonders dann, wenn sie auf einer Opernbühne stehen.

Der deutsch-kanadische Tenor, der bereits 2008 maßgeblich am damals ins Leben gerufenen "Young Singers Project" der Salzburger Festspiele beteiligt war, ist auch heuer wieder mit Herzblut dabei. Die Zielgruppe dieses von Credit Suisse unterstützten Fortbildungsprogramms sind junge Sängerinnen und Sänger, die bereits fertig ausgebildet sind und vielleicht schon am Anfang einer internationalen Karriere stehen.

Hautnah beim Festival dabei

In einem intensiven Kurscurriculum mit szenischem Unterricht, Bewegungsunterricht, Arbeit am Opern-, Konzert- und Liedrepertoire sowie Sprachcoaching sollen die acht international ausgewählten Nachwuchssänger mit absoluten Spitzenkünstlern ihres Fachs zusammenarbeiten. Neben Michael Schade sind das in diesem Jahr Marjana Lipovsek, Thomas Quasthoff und Christa Ludwig. Vor allem aber wird ihnen die Möglichkeit geboten, hautnah bei einem internationalen Spitzenfestival dabei zu sein.

Neben dem eigentlichen Unterricht - und das ist das Besondere dieses Projekts - können die Teilnehmer auch als Alternativbesetzungen aktiv an der Probenarbeit der Festspiele teilnehmen und dabei Erfahrungen mit renommierten Regisseuren, Dirigenten und berühmten Sängerkollegen machen.

Sie können außerdem ihre Nervenstärke und ihre Wirkung auf das Publikum in öffentlichen Masterclasses testen, sich aber auch daneben in internen Workshops in aller Ruhe auf das große Abschlusskonzert mit dem Mozarteum Orchester Salzburg und Dirigent Ivor Bolton vorbereiten.

Die Macher des Musikbetriebs

Und dann könnte es durchaus sein, dass man sich die Namen der amerikanischen Sopranistin Sara Hershkowitz, ihrer polnischen Kollegin Anna Siminska, der russischen Mezzosopranistin Alisa Kolosova oder der Ukrainerin Christina Daletska, ebenfalls Mezzo, in Zukunft merken muss. Oder dass der Schweizer Countertenor Terry Wey, der australische Tenor Adrian Strooper, der ukrainische Bariton Andrei Bondarenko und der argentinische Bassist Nahuel Di Pierro von sich reden machen.

Ihre Karrieren könnten da rasch in Schwung kommen, zumal bei den Salzburger Festspielen etliche Fachleute und Agenten im Publikum sitzen und sich die Macher des internationalen Musikbetriebs, etwa die Intendanten der großen Opernhäuser, die Klinke in die Hand geben. Wer weiß: Vielleicht steht eine echte Entdeckung bevor. (Daniel Ender, DER STANDARD, Printausgabe, 14./15./16.8.2009)

Öffentliche Masterclasses

Große Universitätsaula, 16. 8., 11.00, mit Thomas Quasthoff, 20. 8., 15.30, mit Christa Ludwig; Abschlusskonzert: 26. 8., 19.30, Mozarteum

Link

salzburgerfestspiele.at/jugend

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