Koenig & Bauer streicht noch mehr Stellen

14. August 2009, 10:24
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47 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr

München - Der krisengebeutelte deutsche Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben und will noch mehr Stellen streichen. Nach dem geplanten Abbau von 700 Arbeitsplätzen bis zum Jahresende sollen Anfang des kommenden Jahres zusätzlich 400 Jobs wegfallen, wie der Konzern am Freitag ankündigte.

Betroffen seien die Rollendruck-Standorte am Firmensitz Würzburg, im unterfränkischen Trennfeld sowie in Frankenthal in der Pfalz, erläuterte ein Sprecher. Ob den Mitarbeitern gekündigt werde, wollte er nicht sagen. Die Belegschaft soll um 900 auf etwa 6.500 Mitarbeiter reduziert werden.

Im ersten Halbjahr schrieb Koenig & Bauer (KBA) einen Verlust von 46,8 Mio. Euro; vor Jahresfrist stand noch ein Gewinn von 6,8 Mio. Euro in den Büchern. Vom ersten auf das zweite Quartal habe sich die Ertragslage aber verbessert, hieß es. Die Einsparungen durch den Stellenabbau würden in der zweiten Jahreshälfte stärker wirksam. Weil zudem die Umsätze leicht stiegen, sei im vierten Quartal wieder mit einem Gewinn zu rechnen.

Fürs Gesamtjahr bekräftigte KBA die Prognose, wonach zumindest vor Steuern ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden soll. Beim Umsatz will der Konzern das Ziel von 1,2 Mrd. Euro "weitgehend" erreichen. Dies entspräche einem Rückgang von mehr als 300 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr sackten die Erlöse um 31 Prozent auf 453 Mio. Euro ab.

Der Auftragseingang verringerte sich um 31 Prozent auf 489 Mio. Euro. Damit sei der Einbruch aber glimpflicher verlaufen als in der Branche, hieß es. Bei Bogenoffsetmaschinen, die zum Druck von Katalogen und Werbeprospekten verwendet werden, habe sich der Auftragseingang fast verdoppelt. Bei Rotationsanlagen für den Zeitungsdruck sei die Nachfrage dagegen schlechter ausgefallen.

Marktführer Heidelberger Druck rechnet damit, im Geschäftsjahr 2009/10 (31. März) auf keinen Fall aus den roten Zahlen herauszukommen. Gründe sind die gestiegenen Finanzierungslasten und hohe Kosten für den Abbau von rund einem Viertel der 20.000 Stellen. (APA)

 

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