Wahlkampf beginnt bei den Plakaten

13. August 2009, 12:00
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Bisher werben ÖVP, SPÖ, FPÖ und KPÖ, Grüne und BZÖ warten noch

Linz - Die Auftaktveranstaltungen für den Wahlkampf für die Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich am 27. September stehen erst ab Ende August auf dem Terminkalender. Aber auf den Plakatwänden ist zu erkennen, dass dem Land eine Wahlauseinandersetzung bevorsteht.

ÖVP: "Weil er das Land liebt"

Die ÖVP präsentierte anfangs auf Breitwandplakaten dem Wählervolk einen in die Landschaft blickenden Spitzenkandidaten Josef Pühringer mit der Feststellung "Weil er das Land liebt", aber ohne Hinweis auf die Partei. Inzwischen sind weitere Sujets nachgeschoben worden, die Pühringer unter jungen Menschen, mit Arbeitnehmern sowie mit einer Seniorin und dem Slogan "Weil er unser Landeshauptmann ist" zeigen. Dazu kommen noch "Themenplakate" ohne ihn aber mit kurzen Botschaften, die vermitteln sollen, dass die Partei für Beschäftigung, Familien, Sicherheit und Bildung eintritt, sowie ein Motiv mit lachenden Kindern und dem Hinweis, dass ab Herbst der Gratis-Kindergarten kommt.

Reaktion von SPÖ

Es hat nicht lange gedauert, bis von SPÖ-Seite Widerspruch zum ÖVP-Landschaftsplakat kam: Auf ähnlich gestalteten Großplakaten wird gefragt: "Warum verkauft die ÖVP das Land, das sie liebt?" Angeführt werden die Energie AG, die Austria Tabak-Werke und die voestalpine. Urheber ist die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter. Die SPÖ hat vorerst auf die Abbildung ihres Spitzenkandidaten Erich Haider verzichtet. Auf ihren Plakaten treten Arbeitnehmer, Pensionisten sowie eine Mutter mit Kind auf, denen die Partei sichere Arbeitsplätze, Pensionen und "beste Kinderbetreuung" verspricht.

"HC's Mann für Oö"

Die FPÖ setzt darauf, den Bekanntheitsgrad ihres Spitzenkandidaten Manfred Haimbuchner zu steigern, indem er zusammen mit Bundesparteichef Heinz-Christian Strache von den Plakatwänden lächelt. Anfangs wurde er als "HC's Mann für Oö" vorgestellt. Das Duo trat später mit einem - wie zuletzt bei FPÖ-Plakaten üblich - Reim auf: "Hoffnungsträger statt Sesselkleber". Danach plädierte es für "Arbeitsstellen statt Kündigungswellen". Aktuell treten die zwei Politiker für "Starker Mittelstand fürs Heimatland" ein.

KPÖ: "Widerspruch ist wählbar"

Die KPÖ, die als "superrote Variante" um Stimmen wirbt, empfiehlt sich unter anderem mit "Widerspruch ist wählbar", macht aufmerksam "Rot werden ist menschlich. Rot wählen auch" und warnt: "Aus Protest rechts wählen ist wie ein Schuss ins Knie." Sie illustriert dies mit skizzenhaft gezeichneten Figuren.

"Dieses Plakat hat (noch) frei"

Grüne und BZÖ warten mit ihren Kampagnen auf Landesebene noch zu. Zusätzlich gefüllt werden die Werbeflächen mit Sujets zum Wahlkampf auf Gemeindeebene. Gäbe es einen Preis für das unaufdringlichste Wahlplakat, würde ihn wohl jenes mit dem Text "Dieses Plakat hat (noch) frei" bekommen. Es ist meist an Autobahnrampen postiert und wünscht im Namen der ÖVP "gute Fahrt". (APA)

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    Auf den Plakatwänden ist zu erkennen, dass dem Land eine Wahlauseinandersetzung bevorsteht.

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