Post präsentiert Halbjahreszahlen

11. August 2009, 15:18
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Die teilstaatliche Österreichische Post AG präsentiert diesen Donnerstag die Halbjahreszahlen und blickt auf ein passables Ergebnis im ersten Quartal zurück

Wien - Die börsenotierte teilstaatliche Österreichische Post AG präsentiert diesen Donnerstag die Halbjahreszahlen und blickt dabei auf ein durchaus passables Ergebnis im 1. Quartal 2009 zurück. Trotz Wirtschaftskrise konnte der Konzern Umsatz und Ergebnis fast halten und das Filialgeschäft ausbauen. Die Vorzeichen für das Halbjahr sind aber schlecht: Erst vergangenen Freitag hat der interimistische Post-Chef Rudolf Jettmar in einer Aussendung gewarnt, dass die Talsohle bei der Wirtschaftskrise noch nicht erreicht sei. Da diese Nachricht völlig unvermittelt kam, gehen Beobachter davon aus, dass die Post schon mal auf schlechte Zahlen einstimmt. Zuletzt hatte auch die Deutsche Telekom mit einem Ergebniseinbruch überrascht.

Auf die Post kommen jedenfalls turbulente Zeiten zu, muss sie sich doch fit für die Vollliberalisierung des Briefmarktes Anfang 2011 machen. Das wird Aufgabe des neuen Postchefs Georg Pölzl, der sein Amt am 1. Oktober dieses Jahres antritt. Die größte Brocken sind die Reduktion der Postämter und des beamteten Personalstandes. Bei der Umwandlung von Postämtern in "Post-Partner" hatte zuletzt Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) der Post einen Strich durch die Rechnung gemacht und per Bescheid gemäß Postgesetz die Schließung von 193 Postämtern vorerst untersagt. Vergangene Woche wurde das von der Christgewerkschaft der Post initiierte Post-Volksbegehren gegen weitere Ämterschließungen beendet, 141.000 Menschen haben unterschrieben. Derzeit hat die Post 307 Post-Partner.

Überzählige Beamte

Die angeblich überzähligen Beamten würde die Post gerne in eine Arbeitsagentur der Staatsholding ÖIAG auslagern, darum ist es aber von politischer Seite sehr ruhig geworden. Hoffnung setzt die Post nun in die Polizei, der Postler gerne in der Verwaltung einsetzen würde. Laut Postgewerkschaft gibt es aber bis heute weder Anforderungsprofile noch Jobbeschreibungen. Zuvor hatte Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) gemeint, die ersten Postbediensteten könnten bereits Anfang September zur Polizei wechseln.

Der Personalaufwand der Österreichischen Post von 1,1 Mrd. Euro im Vorjahr ist mit etwa 46 Prozent des Umsatzes die größte Aufwandsposition. Der Personalstand erhöhte sich im Jahresdurchschnitt 2008 im Vergleich zu 2007 von 25.764 Mitarbeitern auf 27.002 Mitarbeiter. Dieser Anstieg sei zur Gänze durch den Erwerb von Tochterunternehmen bedingt, so die Post. Hierzulande befinden sich rund 600 unkündbare Postler im "Karriere- und Entwicklungscenters" (KEC), in denen sie keiner Arbeit nachgehen und großteils zum Daumendrehen verurteilt sind. Sie bekommen dafür ihre fast vollen Bezüge.

Die Post-Aktie notierte Dienstagmittag bei 21,50 Euro, ein Minus von 0,51 Prozent gegenüber dem Vortag. Zum Vergleich: Als die Post im Mai 2006 an die Börse ging, lag der Ausgabekurs bei 19 Euro. (APA)

 

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