"Notwehrgemeinschaft" privater Kindergärten

10. August 2009, 19:54
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Mehr Förderung durch Zusammenschluss

Wien - Eine "Notwehrgemeinschaft" nennt der Dachverband der Wiener Privatkindergärten eine neu gegründete Genossenschaft: Mit "Vindoboni" , einem Zusammenschluss diverser privater Kindergarten-Träger, wollen diese möglichst viel Geld aus den Fördertöpfen der Stadt Wien lukrieren. Sie sehen darin "die Antwort auf die Probleme durch die Regelungen der Stadt Wien im Zusammenhang mit dem Gratiskindergarten" .

Mit der Einführung des Gratiskindergartens ab September wird auch das Fördersystem umgestellt. Zusätzlich zur Pro-Kind-Förderung in den Betreuungseinrichtungen wird es einen sogenannten Verwaltungsbeitrag geben, der je nach Anzahl der Gruppen des jeweiligen Trägers gestaffelt ist. Weniger als 50 Gruppen bedeutet 500 Euro Pauschale pro Monat, 50 bis 147 Gruppen 1000 Euro, darüber liegt der Verwaltungsbeitrag bei 1500 Euro pro Monat. Mit dem Anliegen, allen Trägern den gleichen Verwaltungsbeitrag zukommen zu lassen, sind die Vertreter der kleinen Trägerorganisationen bei Stadtrat Christian Oxonitsch (SP) gescheitert.

Frist läuft Ende der Woche ab

Die 50-Gruppen-Hürde werde man schaffen, ist Renate Gschlad, Vorstandsmitglied des Dachverbandes der Privatkindergärten, überzeugt - Montagnachmittag waren es immerhin schon 43. Die Zeit drängt, bis Ende der Woche müssen die Vereinbarungen unter Dach und Fach sein. Die Träger, die sich der Genossenschaft anschließen, müssen sich einheitliche Standards auferlegen und Personalhoheit, Raumverfügbarkeit und das pädagogische Konzept aufeinander abstimmen.

Ein komplettes Gratisangebot werden die privaten Kindergärten dennoch nicht schaffen, sagte Gschlad zum Standard. Dafür bräuchte es die höchste Förderstufe - doch 150 Gruppen, glaubt Gschlad, werden sich bis Ende der Woche kaum in der Genossenschaft "Vindoboni" zusammenfinden. (Andrea Heigl/DER STANDARD-Printausgabe, 11.8.2009)

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