Magna alt gegen Magna neu

7. August 2009, 17:16
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Ein nicht ganz unbrisantes Duell im Horr Stadion: Die Europacup-Fighter der Austria empfangen die gut betuchten Aufsteiger aus Wiener Neustadt

Wien - Pikantes hat die vierte Runde der Fußball-Bundesliga am Sonntag (17. Uhr/live ORF1 und Sky) zu bieten, wenn der Neo-Club von Mäzen Frank Stronach zum punktegleichen Ex-Verein von Magna ins Horr-Stadion muss. Der austro-kanadische Milliardär weiß, dass die Partie auf dem Programm steht. Ob er aber auch an die Stätte seines früheren Sponsorings als Zuschauer zurückkehrt, war am Freitag noch ungewiss.

"Es ist kein herkömmliches Spiel, aber das Klima zwischen den Vereinen ist fair. Unsere Fans sollen uns so unterstützten wie gegen Vojvodina", meinte Austria-Vorstand Markus Kraetschmer. Auch aus dem Lager des Gegners kommen versöhnliche Worte vor dem Prestige-Duell. "Ich zolle Austria Respekt, sie hat nach dem Verlust eines Sponsors die nicht einfache Situation großartig gemeistert", sagte Ernst Neumann, der einstige Statthalter Stronachs in Favoriten und jetzige Neustädter Vizepräsident.

Neumann sieht das Spiel als normales Duell zweier Vereine, die sich auf sportlicher Ebene messen, wobei der Bessere gewinnen solle. Daxbacher hofft, dass das seine Elf ist. "Wir wollen vom Erfolgserlebnis im Europacup den Schub und den Geist in die Liga mitnehmen und mit drei Punkten nachlegen", nannte der Austrian-Trainer das Ziel seiner Mannen, die er aber auch vor den Neustädtern warnte. "Sie haben Spieler mit Qualität in ihren Reihen, die Aufgabe wird nicht einfacher als am Donnerstag."

Sportvorstand Thomas Parits, der seine Mannschaft läuferisch stärker als vorige Saison einschätzt, brachte auch die vielen Ex-Austrianer in Wr. Neustadt ins Spiel. "Sie werden beweisen wollen, dass sie zu Unrecht Austria verlassen mussten. Können wir die Leistung von Novi Sad wiederholen, bin ich optimistisch, dass wir drei Punkte machen", meinte der Burgenländer. Dass der Konkurrenzkampf im Kader groß ist, erfreut ihn besonders: "Alle wollen spielen, sie pushen sich gegenseitig. Die sogenannten Ersatzleute klopfen nicht, sondern schlagen schon an die Türe."

Helmut Kraft hat sich am Donnerstag als "Spion" im Horr-Stadion ein aktuelles Bild über den kommenden Gegner verschafft und war beeindruckt. "Austria ist noch einen Deut besser als vorige Saison, vor allem bei Standards gefährlich und körperlich gut beisammen", befand der Trainer, der beim 4:2 in der Europa League gegen Vojvodina Novi Sad aber in der violetten Defensive auch zwei, drei Fehler registriert hatte.

Wenige Standards, vor allem von der linken Seite, provozieren, die Wiener schon im Mittelfeld in den Zweikämpfen stellen und bremsen, sonst gehe man dort unter, und so auftreten, wie es seine Mannen in den ersten zwei Heimspielen (3:1 Kärnten, 2:1 SV Ried) getan haben, so lautet die Marschroute von Kraft für das zweite Auswärtsspiel im Oberhaus. Das 0:3 von Graz gegen Sturm sei abgehakt.

"Dieses Spiel haben wir komplett verhaut. Nun gilt es, die Nerven zu bewahren. Wir wollen zumindest einen Punkt mitnehmen", meinte Kraft, der zugab, dass seine Elf mit zahlreichen Ex-Austrianern wie Fornezzi, Kuljic, Aigner, Gercaliu, Ramsebner, Simkovic und Co für Konter anfällig sei. Im Vorjahr hatte sich der Aufsteiger im Cup-Semifinale daheim durch einen Okotie-Treffer in der 47. Minute nur knapp 0:1 geschlagen geben müssen.

An diese Partie erinnerten sich noch alle. "Kraft wird seine Spieler anweisen, nicht noch einmal gegen uns so verhalten zu spielen. Ich erwarte von den Gästen, dass sie viel couragierter auftreten werden als damals", meinte Daxbacher. Dass es für die Magna-Männer in der Fremde um einiges schwieriger werden wird, ein gutes Resultat zu erzielen, beweist aber die Heimstärke des aktuellen Tabellenzweiten, der in diesem Jahr (6-2-0) am Verteilerkreis noch keine Niederlage erlitten hat.

Zuletzt verlor die Daxbacher-Truppe am 2. November 2008 gegen Sturm Graz. Die Neustädter warten seit 29. Mai (2:0 FC Lustenau) auf einen Auswärtssieg. Duelle zwischen Austria und Wr. Neustadt hat es in der höchsten heimischen Klasse zuletzt in der Saison 1972/73 gegeben. Damals hieß der Gegner aus dem südlichen Niederösterreich aber Admira und unterlag im Herbst 1992 auf dem Sportclub-Platz in Wien 1:5 und im Frühjahr 1973 zu Hause 1:3. Der heutige Austria-Trainer Daxbacher war in beiden Spielen als Aktiver mit von der Parte und steuerte in Dornbach auch ein Tor bei. (APA)

Mögliche Aufstellungen:

FK Austria Wien - SC Wiener Neustadt

(Sonntag, Horr-Stadion, 17.00 Uhr/live ORF1 und Sky, Schiedsrichter Bernhard Brugger/Salzburg)

Austria: Almer - Standfest/Klein, Bak, Dragovic, Ortlechner - Junuzovic, Baumgartlinger, Vorisek, Acimovic - Jun/Diabang, Okotie/Topic. Ersatz: Safar - Suttner, Krammer, Hattenberger, E. Sulimani, Liendl, Topic

Fraglich: Standfest (rekonvaleszent nach Grippe), Jun (Schlag auf Knie), Okotie (Reizung Seitenband im Knie)

Es fehlen: Madl, Leovac (nicht im Kader)

Wr. Neustadt: Fornezzi - Dunst, Johana, Kostal, Gercaliu - Wolf, Reiter/Grünwald, Kolousek, G. Burgstaller - Viana, Kuljic. Ersatz: Razenböck - Ari Tanner, Ramsebner, Klapf, Martinez, Simkovic, Kurtisi, Sadovic

Es fehlen: Sariyar (gesperrt), Stanislaw (Oberschenkel), Hauser, Erbek (nicht im Kader)

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