Drohne mit Brennstoffzellen-Antrieb gebaut

7. August 2009, 15:14
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Neun Kilogramm leichter Flieger für Aufgaben wie Grenzschutz, Infrastrukturüberwachung oder Umwelt-Monitoring gedacht

Washington/Stuttgart - Das Unternehmen BlueBird Aero Systems, ein Spezialist für unbemannte Flugsysteme, und der Brennstoffzellen-Anbieter Horizon Fuel Cell Technologies haben für den Bau einer neuen Drohne kooperiert. Sie stellten nun das erste mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebene kommerzielle unbemannte Flugsystem (Unmanned Aerial System, UAS) vor. Der insgesamt nur neun Kilogramm schwere "Boomerang" ist auf lange Flugdauern ausgelegt, was ihn besonders attraktiv für Aufgaben wie den Grenzschutz, die Infrastrukturüberwachung oder das Umwelt-Monitoring machen soll. Der "Boomerang" wird kommende Woche im Rahmen der Konferenz Unmanned Systems North America 2009 der Association for Unmanned Vehicle Systems International präsentiert.

Mit den Brennstoffzellen des in Singapur heimischen Anbieters Horizon soll das Bluebird-UAS zu über neun Stunden durchgehendem Flug fähig sein. Dass das in Israel bereits zum Flug zugelassene System derart lange in der Luft bleiben kann, ist aus Experten-Sicht durchaus möglich. "Horizon leistet in Sachen Brennstoffzellen wirklich gute Arbeit", meint Josef Kallo, Leiter des Fachgebiets Brennstoffzellen-Systemtechnik am Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt. Er betont, dass Brennstoffzellen zur Energieversorgung von Fluggeräten eine Reihe weiterer Vorteile erschließen, die gerade für unbemannte Aufklärungsflieger interessant sind.

Die Vorteile des Elektrobetriebs können freilich auch mittels einer Solarstrom-Versorgung erschlossen werden. Obwohl entsprechende Projekte gerade im Bereich unbemannter Fluggeräte attraktiv seien, ist dieser Ansatz laut Kallo aber nicht für alle Anwendungen geeignet. "Mit aktuellen Photovoltaiksystemen bekommt man bei 20 Metern Flügelspannweite nur zwei bis drei Kilowatt Dauerlast", erklärt er. Daher sei eine filigrane Leichtbauweise erforderlich, sodass entsprechende Fluggeräte aufgrund potenzieller aeroelastischer Probleme - also unerwünschten Schwingungen - nicht all zu schnell fliegen könnten. Geht es also darum, auch einen schnellen Elektroflug zu ermöglichen, sei die Brennstoffzelle eine attraktive Option zur Energieversorgung. (pte/red)

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