Neonazis verlassen besetztes Hotel in Niedersachsen

4. August 2009, 20:40
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Spezialkräfte durchsuchten das Gelände

Faßberg - Nach knapp drei Wochen hat eine Gruppe von Neonazis ein von ihr besetztes Hotel im niedersächsischen Faßberg in Deutschland wieder geräumt. Wenige Stunden zuvor hatte das Landgericht Lüneburg den Neonazi und Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger dazu verpflichtet, die Immobilie herauszugeben. Die noch acht Anhänger Riegers in dem Gebäude folgten dann der Aufforderung des Gerichtsvollziehers, das Gebäude umgehend zu verlassen.

Die Polizei war während der Räumung mit starken Einsatzkräften zugegen, musste aber keinen Zwang anwenden. Gegendemonstranten quittierten vor dem Hotel den Abzug der Neonazis mit Beifall. Bereits am frühen Morgen hatte die Polizei mit Spezialkräften das weiträumige Gelände und den mehrteiligen Hotelkomplex durchsucht. Dabei und bei weiteren Durchsuchungen von Wohnungen in Hannover und Rotenburg wurden nach Angaben eines Sprechers der Polizeiinspektion Celle ein Schreckschussrevolver, Pfefferspray, ein Teleskopschlagstock, ein Butterflymesser und Waffenattrappen beschlagnahmt. Auslöser der Durchsuchungsaktion war nicht der Besitzstreit um das Hotel, sondern ein Schuss, der am Abend zuvor auf dem Hotelgelände gefallen war.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Rieger versucht, die Immobilie im Landkreis Celle zu kaufen. Er will dort ein NPD-Schulungszentrum einrichten. Die Gemeinde Faßberg aber pochte auf ihr Vorkaufsrecht, das Haus wurde dann auf Betreiben der Kommune unter Zwangsverwaltung gestellt. Anhänger Riegers aber bohrten dann vor knapp drei Wochen die Schlösser auf und besetzten das Gebäude. (APA)

 

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