Abtreibungspille nun auch in Italien

4. August 2009, 11:28
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Medikament zum Schwangerschaftsabbruch in Österreich seit 10 Jahren zugelassen

Wien, Rom - Mifegyne®, das weltweit einzige Mittel zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, wurde letztlich auch in Italien zugelassen. Bereits vor 21 Jahren kam dieses Medikament in Frankreich auf den Markt. Damit wird Mifegyne - von Irland und Malta abgesehen - in der ganzen EU angewendet. In diesen beiden Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch nach wie vor verboten und die Frauen sind gezwungen, im Falle einer ungewollten Schwangerschaft ins Ausland zu reisen. 2005 wurde dieses Medikament von der WHO auch auf die 'Liste der wichtigsten Medikamente' gesetzt (Essential Drug List).

Gute Erfahrungen mit Mifegyne in Österreich 

In Österreich wurde Mifegyne erstmals im Januar 1999 von Fachärzten des Gynmed, dem Ambulatorium für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch eingeführt. "Medizinisch ist die medikamentöse Methode eine gute Alternative zum chirurgischen Abbruch. Wir haben sehr gute Erfahrungen in Österreich damit. In der Behandlung von Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft ist es einfach nicht mehr wegzudenken", so Christian Fiala, Gynäkologe und Ärztlicher Leiter des Gynmed in Wien und Salzburg. "Mifegyne führt zur Beendigung einer Schwangerschaft, ganz ähnlich wie bei einem Spontanabort. Frauen berichten häufig, dass sie einen Abbruch mit Mifegyne ähnlich erlebt haben wie eine natürliche Regelblutung", erklärt der Experte.

Früher Abbruch

Im Gynmed-Ambulatorium entscheiden sich mehr als die Hälfte der Patientinnen für die Abtreibungspille. Darunter waren auch immer wieder Frauen, die aus Italien nach Wien zu einem medikamentösen Abbruch gekommen sind. Kein Verständnis kann Fiala allerdings für die unnötig harte und ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber Mifegyne aufbringen: "Mit diesem Medikament wird ein Abbruch bereits sehr früh in der Schwangerschaft ermöglicht, was von vielen Frauen als große Erleichterung in ihrer - oft sehr belastenden- Situation empfunden wird. Und die Zahl der Abbrüche erhöht sich ohnehin nicht durch die Einführung einer neuen Methode." Konkret ist mit Mifegyne der Abbruch der Schwangerschaft bis zur 9. Schwangerschaftswoche möglich. Chirurgisch ist ein Abbruch bis zur 14. Schwangerschaftswoche erlaubt. (red)

  • In Österreich ist eine Beendigung der Schwangerschaft mit der Abtreibungspille Mifegyne seit 1999 erlaubt.
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    In Österreich ist eine Beendigung der Schwangerschaft mit der Abtreibungspille Mifegyne seit 1999 erlaubt.

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