Mut, auf Sicherheit zu verzichten

3. August 2009, 10:44
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Elisabeth Schmidt gründete das Verlagshaus Hernals, einen Verlag für Wissenschaft und Literatur

"Das Schwierigste war, auf mein gutes Gehalt zu verzichten", gibt Elisabeth Schmidt zu. Im April 2008 gründete sie das Verlagshaus Hernals, einen Verlag für Wissenschaft und Literatur. Bis Herbst möchte sie insgesamt zehn Bücher herausbringen, fünf davon sind bereits erschienen, sagt sie voll Stolz. Zehn weitere sollen im nächsten Jahr erscheinen. "Im Moment läuft alles nach Plan, nach kalkuliertem Risiko", so die studierte Juristin. Dieser Plan sehe vor, dass sich der Verlag in drei Jahren rechnet. Derzeit kann sie auf Erspartes zurückgreifen. Förderungen für die Gründung habe sie keine in Anspruch genommen. "Weil ich viel zu spät darauf gekommen bin, da war schon alles im Laufen." Eine genaue Kalkulation ist der Gründung aber vorangegangen.

Erfahrung dafür bringt sie genug mit. Immerhin war die 38-Jährige in den letzten zehn Jahren in der Verlagsbranche tätig. So war sie für die gesamte juristische Fachliteratur im Verlag Springer Wien New York zuständig und leitete den auf Recht und Steuern spezialisierten Verlag Österreich.

Die Idee für einen eigenen Verlag hatte sie schon lange. "Auslöser für die Umsetzung war eine gewisse Verzweiflung." Es wurde immer schwieriger, Beruf und Familie zu vereinbaren, vor allem deshalb, weil gleichzeitig vier ihrer Kolleginnen ersatzlos Babypause machten. Heute ist ihr Berufsalltag auch chaotisch und zeitintensiv, dennoch genießt sie ihren Freiraum und die Flexibilität. Ihr Rat an Gründungswillige: "Mutig sein, seinen Visionen treu bleiben und sich schon vor der Umsetzung über Fördermöglichkeiten informieren." (ost/DER STANDARD; Printausgabe, 1.8./2.8.2009)

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