UNO-Gesandter fordert umfassendes Gesprächsangebot an die Taliban

2. August 2009, 21:25
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Nicht nur an Kommandanten, auch an Polit-Führer wenden

Kabul - Der Chef der UNO-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA), Kai Eide, hat sich am Sonntag für ein umfassendes Gesprächsangebot an die radikal-islamischen Taliban ausgesprochen, um Frieden am Hindukusch zu schaffen. Wenn es einen umfassenden Friedensprozess in Afghanistan geben solle, dann reiche es nicht aus, mit den Taliban-Kommandanten im Feld zu reden, sagte der norwegische Diplomat in Kabul.

Dann seien auch Gespräche mit Vertretern der "politischen Strukturen" der Aufständischen gefragt. "Wenn nur ein teilweiser Versöhnungsprozess stattfindet, wird es auch nur ein Teilergebnis geben". Um aber "wichtige Ziele" zu erreichen, müsse auch mit "Leuten, die wichtig sind" geredet werden.

Vor der Präsidentenwahl in Afghanistan am 20. August und angesichts einer prekären Sicherheitslage weitet sich die Debatte über Gespräche mit Taliban-Angehörigen aus. Der britische Verteidigungsminister David Miliband forderte vergangene Woche, Gesprächsangebote sollten nur auf gemäßigte Taliban abzielen, die dazu gebracht werden könnten, wieder gemäß der afghanischen Verfassung zu leben.

US-Regierungsvertreter hatten ihrerseits davor gewarnt, Gespräche mit Taliban-Anführern zu unterstützen. Diese werden bezichtigt, Angehörigen des Terrornetzwerks Al-Kaida Unterschlupf zu gewähren, die für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht werden. Für eine weitere Amtszeit hat der afghanische Präsident Hamid Karzai in Aussicht gestellt, Verhandlungen mit den von den ausländischen Truppen im Land bekämpften Taliban aufzunehmen. (APA)

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