Betriebsromanze in Alaska: "The Proposal"

29. Juli 2009, 19:39
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Eine konservative Romantic Comedy mit Sandra Bullock und die weiteren Kinostarts der Woche - mit Video

Wenn die Chefin kommt, blitzen auf den Schirmen der Kollegen Warn-E-Mails auf. Margaret Tate (Sandra Bullock), Abteilungschefin eines Verlagshauses, ist ein Negativbeispiel der modernen Geschäftsfrau: berechnend, kaltherzig, schonungslos. Und damit akut therapiebedürftig - gemäß der konservativen Logik von "Selbst ist die Braut" ("The Proposal"), einer in den USA überraschend erfolgreichen Romantic Comedy von Anne Fletcher.

Und das geht so: Margaret, kanadischer Herkunft, hat darauf vergessen, ihr Visum zu verlängern. Den einzigen Ausweg bietet eine Hochzeit - mit dem nächsten Mann an ihrer Seite, Andrew (Ryan Reynolds), ihrem Assistenten. Er willigt ein - nicht ohne die Vorgesetzte davor ein wenig zu demütigen, indem er sie in aller Öffentlichkeit vor ihm knien lässt.

Der weitere Gang des Geschehens verläuft streng nach Schema: Ein Wochenende in Alaska bei Andrews Familie soll die Behörden - ja, "Green Card" ist eines von ungezählten Vorbildern - von der Rechtmäßigkeit der Beziehung überzeugen. Eigentlich geht es aber nur darum, die urbane Erfolgsfrau auf einen Weg zurückzubiegen, der einer Sarah Palin würdig wäre.

Es dauert dann auch nur ein paar Screwball-Gags lang - die beiden stoßen splitternackt im Zimmer zusammen -, bis die Zweckgemeinschaft aufrichtige Gefühle hervorbringt. In der abgebrühten Geschäftsfrau schlummert ein Mädchen, das nach einer festen Männerhand verlangt. Es wird höchste Zeit, Bullock mal gegen den Strich zu besetzen!

Von Trommlern zu Krachmachern

Eine Hongkong-Gangsterfilm, der sich zum etwas esoterischen Finde-dich-selbst-Stück unter Zen-Trommlern wandelt, ist "Die Reise des chinesischen Trommlers" von Regisseur Kenneth Bi: Die Hauptrolle dieser fernöstlichen Melange verkörpert Jaycee Chan, Sohn von Jackie Chan.

Zabou Breitmans Liebesfilm "Ich habe sie geliebt" (nach einem Roman von Anna Gavalda) konfrontiert einen gereiften Lebemann mit einer Frau, die Liebeskummer plagt: Allerlei Einsichten über das älteste Thema der Welt sind die Folge.

"Elektrokohle (Von Wegen)" rekonstruiert ein Konzert der Einstürzenden Neubauten - in Ost-Berlin, kurz nach dem Mauerfall.

Und "WinneToons" bringt Karl May im Zeichentrickformat zurück auf die Leinwand. (kam / DER STANDARD, Printausgabe, 30.7.2009)

 

  • Zähmung der modernen Geschäftsfrau: Sandra Bullock muss vor Ryan Reynolds Charme in die Knie gehen.
    foto: disney

    Zähmung der modernen Geschäftsfrau: Sandra Bullock muss vor Ryan Reynolds Charme in die Knie gehen.

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