Monsanto-Mais: Falsche Sorte getestet?

29. Juli 2009, 12:37
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Greenpeace und Global 2000 werfen der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde gravierende Fehler in deren Gutachten vor

Wien/Brüssel - Die Gentechnik-Maissorte MON810, der einzige gentechnisch veränderte Mais, der in der EU bisher angebaut wurde, steht einmal mehr im Fokus der Aufmerksamkeit: Die Umweltorganisationen Greenpeace und Global 2000 werfen der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) gravierende Fehler in deren Gutachten über die Sicherheit von MON810 vor. So sei unter anderem eine falsche Maissorte für Tests herangezogen worden, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der Organisationen.

Darüber hinaus seien unbekannte Proteine, die durch die genetische Veränderung im Mais produziert werden, nicht untersucht worden, kritisieren Greenpeace und Global 2000. Studien, die negative Auswirkungen auf Schmetterlinge und andere Insekten zeigten, würden ignoriert oder heruntergespielt. Stattdessen werde von nicht genauer definierten "Management Maßnahmen" gesprochen, welche die Schmetterlinge schützen sollen. 

Neuevaluierung

MON810 ist bislang vor allem  in Spanien angebaut worden, wie die Umweltorganisationen erläuterten. Da die europaweite zehnjährige Zulassung abgelaufen ist, muss die Sorte jetzt neu evaluiert und zugelassen werden. Hauptgrund für die Verbote in sechs Ländern ist, dass der Mais, der selbst ein Gift gegen Schädlinge produziert, nicht nur diese, sondern auch viele Nützlinge tötet und damit das ökologische Gleichgewicht massiv schädigt.

Das EFSA-Gutachten soll der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten als Entscheidungsgrundlage für eine Neuzulassung zum Anbau dienen. Sechs Staaten, darunter Österreich, haben MON810 für den Anbau verboten. "Mit diesem Gutachten beweist die EFSA auf peinliche Weise ihre Inkompetenz. Wir appellieren an die Europäische Kommission das Gutachten sofort in den Papierkorb zu werfen und den Mais wegen Sicherheitsmängeln zu verbieten", so Gentechnik-Sprecher Philipp Strohm von Greenpeace - Global 2000 spricht von einem "Gefälligkeitsgutachten". Die Organisationen fordern ein europaweites Anbauverbot. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Kolben MON810, gewachsen auf einem Feld nördlich von Berlin

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