Alles fließt. Sogar (wieder) das Heck

23. Juli 2009, 17:29
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Audi erweitert seine schönste Baureihe (Audi A5 Coupé, Audi A5 Cabriolet) um einen Sportback. Löblicher Beitrag zur "angewandten Alltagsästhetik"

Das komme sonst ja nie vor, erklärt der höfliche Audianer sinngemäß, dass man der versammelten Journaille sozusagen mit dem Hinterteil ins Gesicht fahre, aber diesmal gehe es nicht anders. Nämlich. Wir befinden uns in der Toskana, dort, wo in der Renaissance der Mensch der Moderne „erfunden" und die Schönheit wiederentdeckt wurde, und Audi enthüllt eine automobile Skulptur namens A5 Sportback. Dessen schönste Seite sei nun mal eben das Heck, ergo die Präsentation der Rück- als Hauptansicht.

foto: werk

Es geht um Audi. Reden wir also über Mercedes. Denen gelang 2004 der Geniestreich, mit dem CLS die Gegensätze Coupé und vier Türen zu vereinen. 2008 zog VW, eine Etage darunter, mit dem Passat CC nach. In Ingolstadt studierte man das Konzept genau und entdeckte, dass sich da noch was optimieren ließ: Heckklappe. Statt eines schlichten Kofferraumdeckels wie bei Mercedes und VW riskiert der Sportback folglich eine große Klappe. Sehr beladefreundlich.

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Den Coupézug setzt Audi noch konsequenter um als die Konzeptkameraden, weshalb man eigentlich von einem Fließheck sprechen muss. Die lange geschmähte Karosserieform schleicht sich also durch die Hintertür wieder ein – auch BMW setzt beim kommenden 5er GT auf ähnlichen Schwung. Motto, irgendwie: Alles fließt. Sogar (wieder) das Heck. Audi hat da bekanntlich eine Geschichte: Im Jahr der Mondlandung, 1969, lancierte man das artverwandte Audi 100 Coupé S – dem war nur seinerzeit so was von kein Erfolg beschieden.

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Mission: Eroberer

Das soll mit dem Neuling anders werden. Audi rechnet damit, dass der Sportback die mit Abstand meistverkaufte 5er-Variante (die beiden anderen sind Coupé und Cabriolet) werden wird. Wem der A4 (4,70 m lang) zu bieder, der A6 (4,93 m) zu groß ist, der ist mit dem bildschönen Sportback (mit 4,71 m um 8,6 cm länger als das Coupé, auch 5,9 cm mehr Radstand) hervorragend bedient. Und selbstverständlich rechnet man mit unzähligen Eroberungskunden.

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Weil: Ein Auto zum Herzeigen. Ein Auto zum Wohlfühlen. Und es gilt, Stichwort Toskana, der von den Designern beschworene goldene Schnitt gleich im doppelten Sinne: in dem eines ästhetischen (für Käufer) und dem eines profitmäßigen (für Audi) Idealwerts. Dabei steht das Auto nicht nur satt auf der Straße, es fährt sich auch so. Sportlich, ohne Komfortabstriche.

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Große Heckklappe, gediegenes Interieur – und gewiss eine der schönsten Rück(en)an-sichten von überhaupt.

Den starken Motoren spendieren die Ingolstädter quattro, sonst gäb's womöglich Kontaktsorgen zwischen Pneu und Asphalt. Das beim 3,0 TDI (240 PS), 2,0 TFSI (211 PS) und 3,2 FSI (265 PS) verbaute 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe passt exzellent, die im 2,7 TDI (190 PS) getestete Stufenlosautomatik hingegen wirkt wenig harmonisch. Für Sparefrohs ist bei zwei Handschaltern (2,0 TDI / 170 PS, 2,0 TFSI / 211 PS) ein Start-Stop-System an Bord. Serienmäßig. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/24.7.2009)


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Audi

  • Flach fast wie ein Coupé, Platz für Insassen hinten fast wie in einer Limousine, praktisch fast wie ein Kombi - aber ansonsten keine Spur von Fastenkost: edles neues Konzept. Das Fließheck kehrt zurück.
    foto: werk

    Flach fast wie ein Coupé, Platz für Insassen hinten fast wie in einer Limousine, praktisch fast wie ein Kombi - aber ansonsten keine Spur von Fastenkost: edles neues Konzept. Das Fließheck kehrt zurück.

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