"Pionierin im Kampf für Gleichstellung"

23. Juli 2009, 11:20
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Wiener sozialdemokratische Aktivistin und Wegbereiterin für Gleichstellung verstorben

Jenny Strasser ist am Dienstag in Wien verstorben. Die einstige Obfrau der Revolutionär-Sozialistischen Jugend in der Leopoldstadt hat sich gegen Austro- und Nazifaschismus engagiert, musste nach Frankreich flüchten, wo sie in den Reihen der "Résistance" im Untergrund gegen Nazideutschland und gegen das Vichy-Regime kämpfte. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich wurde sie ins erste Frauen-Zentralkomitee der SPÖ gewählt.

"Mit Strasser haben wir nicht nur eine der Pinonierinnen und Mitstreiterinnen im Kampf für Gleichstellung und Gleichberechtigung verloren, sondern auch eine Frau, die unter Einsatz ihres Lebens, gegen die Gräuel von Diktatur und Naziregime erbitterten Widerstand geleistet hat", meinte Wiens Frauenstadträtin Frauenberger in einer Aussendung. Strasser sei eine Mahnerin gewesen, "wachsam zu bleiben und entschieden und vehement gegen jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufzutreten".

Bürgermeister Michael Häupl würdigte Strasser als eine der "großen Heldinnen der sozialdemokratischen Bewegung": "Die Wiener Sozialdemokratie drückt ihre tiefe Trauer aus."

Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), betonte Strassers Schlüsselrolle in der Neugründung der SJÖ. Auch der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus wies auf Strasser als die letzte Überlebende aus dem Kreise jener hin, die eine unabhängige sozialistische Jugendorganisation gegen die Bestrebungen der Kommunisten gegründet haben; sie war auch die letzte Überlebende aus dem ersten Frauenzentralkomitee, das im Jahre 1945 wieder aktiviert wurde. (red)

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