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IMMOBILIE UND FINANZMARKT

22. Juli 2009, 12:32

Das Immobiliensymposium aus Anlass 30 Jahre ÖVI beschäftigte sich natürlich auch mit den aktuellen Marktentwicklungen.

Gewissen Zweck-Optimismus versprüht Dr. Klaus Liebscher, Vorstand der FIMBAG, in seiner Key-Note zum Thema „Immobilie und Finanzmarkt“: „Wir durchleben derzeit die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 60 Jahren. Aber die Erfahrung lehrt: Jede Krise geht vorbei!" Aufhorchen lässt er jedenfalls mit der Prognose, dass weder eine Deflation noch eine Hyper-Inflation das Ende vom Lied sei. „Natürlich muss mit einer höheren Inflation von etwa 4 % in einigen Jahren gerechnet werden“, schätzt Liebscher die Situation ein. Er vertraut hier den Instrumenten der Geldpolitik und den strikten Regeln, die im EU-Raum gelten. Zugleich sieht er allgemein eine neue Qualität der Wirtschaft: „Die Gier nach Rendite ist vorbei“. Eines ist zu konstatieren: Noch ist die Krise nur teilweise in der Immobilienwirtschaft angekommen. „Gerade Anlageobjekte erleben derzeit eine große Nachfrage,“ stellte FIABCI Präsident Dr. Eugen Otto fest. Es ist ein verstärkter Trend Richtung Direktinvestments zu beobachten. Selbständige, Freiberufler und Vermögende, die ihr Kapital aus Aktien oder Fonds abgezogen haben und damit mit einem hohen Eigenmittelanteil finanzieren können, veranlagen zunehmend ihr Kapital in Immobilien. Das erfordert aber auch eine hohe Verantwortung derer, die hier beratend zur Seite stehen. „Die Immobilienexperten müssen diesen Kunden Leuchtturm auf hoher See sein“, wie es Eugen Otto plastisch formuliert. Dass strengere Richtlinien bei der Kreditvergabe und Bonitätsprüfungen die Kreditvergabe deutlich erschweren würden, weist Dr. Peter Bosek, Vorstand der ERSTE Bank Österreich, zumindest für sein Institut zurück: 100 Mio. Euro Projektfinanzierungsvolumen im 1. Halbjahr 2009 und 200 Mio. Euro Privatkundenfinanzierung sprechen eine andere Sprache. „Zuzugeben ist, dass langfristige Refinanzierungen teuer geworden sind“, muss Bosek anmerken. Angesprochen auf die Presseaussendung des Immobilienverbandes Deutschland, IVD, vermittelt auch dessen Präsident Jens Ulrich Kießling ein erstaunlich stabiles Bild der Immobilienwirtschaft in Deutschland, zumindest was die Wohnimmobilie angeht. Die Ausgangslage ist dort ähnlich wie in Österreich: die Immobilie war in den letzten Jahren als Anlageform wenig attraktiv (wenn auch die Renditen von 4-5 % noch immer deutlich über dem österreichischen Durchschnittsniveau lagen). Mangels steuerlicher Attraktivität der Immobilie haben viele Anleger in den vergangenen Jahren ihr Geld primär in Finanzmarktprodukten geparkt. Durchaus ein anderes Bild zeichnet Kießling jedoch jetzt schon von den Büromärkten in Deutschland. Die gewerblichen Investments sind auf ein Zehntel des Vorjahresniveaus zurückgegangen. Verschärft sich die Situation am Arbeitsmarkt noch mehr, sind wohl auch am österreichischen Büromarkt deutliche Preiskorrekturen zu erwarten. Liebscher betont abschließend die Sinnhaftigkeit der Diversifizierung eines Portfolios, das jedenfalls auch Immobilien enthalten sollte. Er zitiert aber auch warnend eine Untersuchung des „Economist“ hin - sichtlich der Preisentwicklung in ausgewählten europäischen Immobilienmärkten im Zeitraum 1997 bis 2009. Preisanstiege von 175 % in Spanien, 182 % in Irland (zum Vergleich: 90 % in den USA) und magere 26 % in der Schweiz dokumentieren deutlich die gefürchteten Blasen, die in einzelnen Ländern entstanden waren.

  • Diskussion zur Krise (v.li.n.re.):
Dr. Klaus Liebscher,
Dr. Peter Bosek, Jens-Ulrich Kießling,
Dr. Eugen Otto, Dr. Margret Funk

    Diskussion zur Krise (v.li.n.re.):
    Dr. Klaus Liebscher,
    Dr. Peter Bosek, Jens-Ulrich Kießling,
    Dr. Eugen Otto, Dr. Margret Funk

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