Fahrrad und Hund: Dem Dackel einen Korb geben

19. Juli 2009, 17:04
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Es gibt eine große Auswahl an Behelfen, um den Hund mit dem Fahrrad mitnehmen zu können

Unser Hund war ja mehr lang als sonst was. Sprich, wir hatten keinen normalen Hund, sondern einen Dackel. Und dem gefielen Radlfahrer sehr gut - grad um die Wadlgegend, wo das Fleisch so bissfest ist. Das wissen wir, weil es manchmal passierte, dass unser Dackel in einem unbeobachteten Moment ausbüchste und dann auf der Straße auf Radfahrer wartete. Und hatte er einen gefunden, trat der Radlfahrer meist ziemlich rasch, ohne Radl, am Nachbargrundstück weiter. Und als Hundehalter durfte man in der Situation nicht lachen, sondern musste sich für den ungehorsamen Hund entschuldigen, auch wenn es auf dem Weg an unserem Haus vorbei ein Fahrverbot für die sonntäglichen Pedalritter gab.

Das Fahrverbot haben wir deswegen aufstellen lassen, weil die Gasse eine Sackgasse war und eh nur Leute reingefahren sind, die sich verfranst haben. Mit der Zeit kommt man aber drauf, dass jene, welche die Sackgassentafel übersehen, auch kein Auge für die Fahrverbotstafel haben. Aber wenn ein Sonntagsstrampler am Nachbargrund auf unserem Dackel ritt und spitze Schreie ausstieß, wussten wir, dass wir jetzt gut auf unseren Hund aufpassen müssen - weil, wenn der Pedalritter sich zusammengeräumt hat und wieder auf seinem Radl sitzt, strampelt er in spätestens einer Minute wieder an uns vorbei, weil er erkannt hat, dass er sich in einer Sackgasse befindet, und wenn da der Dackel immer noch auf der Straße passte...

Diese Eigenschaft unseres Hundes brachte aber auch mit sich, dass er nur im Körbchen mit dem Radl mitfahren durfte. Er konnte zwar schon ein Zeiterl recht flott neben dem Radl mitrennen, und sein Gekläffe störte mich dabei auch kaum, aber ein paar Mal hat er mich dann doch beim Wadl erwischt und wir lagen nicht einmal in einem Straßengraben, um uns dann wieder aus den Speichen des Mini-Radls zu befreien.

Das mit dem Körbchen mussten wir auch erst lernen. Weil beim ersten Radl, das in die Gegenrichtung fuhr, happte der Dackel aus dem Korb, überschlug sich einmal auf der Straße und suchte dann den kürzesten Weg zum Wadel, worauf ich diverse Radfahrer aus fremden Gartenzäunen befreien musste, in denen die Radler im Leeren um ihr Leben traten wie Fliegen in einem Spinnennetz. Davor der wedelnde und kläffende Dackel...

Es war auch keine rechte Lösung, mit dem Karabiner der Leine den Hund mit dem Halsband am Körbchen zu befestigen - der sprang ja trotzdem raus, kam aber beim Miniradl nur mit den Hinterläufen auf die Straße, während das Halsband seinen Kopf oben hielt, was seinen Blick zwanghaft auf meine Wadel richtete, bis wir wieder beide im Straßengraben lagen, und als wir daheim ankamen, aussahen, als hätten wir eine Schlägerei mit der gesamten Jungschar hinter uns.

Was dann funktionierte, war, das Körbchen mit Kupferdraht am Lenker zu befestigen, einhändig zu fahren und mit der anderen Hand den Hund immer dann ins Körbchen zu drücken, wenn ein Radfahrer in Sicht war.

Was ich sagen will: Man muss sich schon ordentlich mit seinem Vierbeiner, dessen Kondition und Vorlieben auseinandersetzen, um ihn mit dem Fahrrad mitnehmen zu können. Und je nachdem, entscheidet man sich dann bei einem großen Hund zwischen Bauchleine mit Wirbelhaken und Expander um rund 30,- Euro oder einem Abstandhalter, der am Rad montiert wird um 20,- bis 60,- Euro, bei einem mittelgroßen Hund vielleicht für einen Hundeanhänger um 100,- bis 300,- Euro oder bei kleinen Hunden für einen Korb, entweder für die Lenkstange oder den Packelträger, die es von unter 20,- Euro für Hunde bis fünf Kilogramm Gewicht gibt, bis zu Taschen mit Gelsengitter, Fleeceinnenfutter und viel anderem PiPaPo um über 30 Euro.

Aber benutzen Sie zur Befestigung des Korbes nur die Original-Montageteile. Kupferdraht könnte sich mit der Zeit lösen, worauf Sie Korb den Korb verlieren und sich den Hund regelrecht zum Wadl hinschmeißen. (Guido Gluschitsch)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Es gibt viele Möglichkeiten, den Hund am Rad zu transportieren. Ein einfaches Körbchen ist nicht unbedingt die beste.

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