Globalisierungsgegner demonstrierten in Rom

7. Juli 2009, 20:43
3 Postings

Fünf Franzosen in L'Aquila und 36 Globalisierungsgegner in Rom festgenommen - Innenminister Maroni lobt Sicherheitsvorkehrungen

Rom - Einige hundert Globalisierungsgegner haben sich am Dienstagnachmittag an einem Sit-In vor der US-Botschaft in Rom gegen den am Mittwoch beginnenden G-8-Gipfel in der mittelitalienischen Stadt L'Aquila beteiligt. Strengste Sicherheitsvorkehrungen wurden zur Vorbeugung von Ausschreitungen ergriffen. Zur Demonstration riefen Aktivisten der Gruppe "Rete No G8" auf. Sie protestierten gegen die Polizisten, die den Platz belagerten und verlangten, dass die Sicherheitskräfte die Zugangsstraßen zum Platz frei ließen.

Die Aktivisten beschuldigten den römischen Polizeichef, das Demonstrationsrecht der Globalisierungsgegner einzuschränken. Die Demonstranten warfen der Polizei vor, willkürliche Festnahmen durchzuführen, um die No Global-Aktivisten einzuschüchtern.

36 Festnahmen

Bei den ersten Demonstrationen vor dem G-8-Gipfel waren am Dienstagvormittag in Rom 36 Menschen festgenommen worden. Bereits am Morgen hatten Studenten und Globalisierungsgegner Autoreifen in Brand gesteckt. Andere Demonstranten blockierten zeitweise die Auffahrt auf die Autobahn A24 in Richtung L'Aquila. Später zogen die Demonstranten, darunter eine Gruppe Vermummter, zum Platz der Universität und bewarfen dort Polizeiautos mit Flaschen und Steinen. Laut der Polizei wurden insgesamt 36 Demonstranten festgenommen, neben 27 Italienern auch zwei Deutsche, ein Franzose, ein Pole, vier Schweden und ein Schweizer. Mehrere Baseball-Schläger und Stöcke wurden sichergestellt.

In L'Aquila nahm die Polizei fünf mit Knüppeln bewaffnete Franzosen in der Nähe des G-8-Tagungsortes vorübergehend fest. Nach Angaben der Polizei wurden die Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren angezeigt, blieben aber zunächst auf freiem Fuß. Für die Sicherheit sind mehr als 15.000 Polizisten mobilisiert, die in Rom und L'Aquila bereit stehen. 15.000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz um die Sicherheit des Gipfeltreffens zu garantieren.

Der italienische Innenminister Roberto Maroni lobte die Sicherheitsvorkehrungen für den Gipfel. "Wir haben ein effizientes Sicherheitssystem aufgebaut, auf das ich stolz bin", betonte der Minister auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Rom. Italien hat das Schengener Abkommen der offenen Grenzen außer Kraft gesetzt, um die Anreise gewalttätiger Aktivisten zu verhindern. Auch an den Grenzen zu Österreich wurden die Grenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt. (APA)

Share if you care.