Wer ist die inspirierendste Forscherin aller Zeiten?

3. Juli 2009, 18:07
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"New Scientist" hat über die Frage abstimmen lassen: Ein Viertel entschied sich für Marie Curie, Lise Meitner landete auf Platz sechs

Am 2. Juli war ihr 75. Todestag, doch vergessen ist sie nicht: Marie Curie hat vor 106 Jahren als erste Frau einen Nobelpreis erhalten. Dass sie die "inspirierendste" Wissenschaftlerin aller Zeiten ist, haben das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" und der Kosmetikriese "L'Oreal" - auch bekannt für sein Forschungsstipendium für Frauen - nun eruiert. In einer Umfrage entschieden sich eine Jury wie NutzerInnen der Webseite der Zeitschrift mit 25,1 Prozent für die französische Physikerin und Chemikerin polnischer Herkunft.

Curie hat gemeinsam mit ihrem Mann Pierre die radioaktiven Eigenschaften der von ihnen entdeckten Elemente Polonium und Radium nachgewiesen und wurde am 10. Dember 1903 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Acht Jahre später konnte sie diesen Erfolg wiederholen: 1911 wurde Curie mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Sie ist damit eine von nur zwölf Frauen, die seit Beginn der Auszeichnungen 1901 einen der wissenschaftlichen Nobelpreise (Kategorien Medizin/Physik/Chemie) erhielten.

Initiiert wurde die Wahl zur "inspirierendsten Forscherin" vom New-Scientist-Herausgeber Roger Highfield, der die Verdienste von großen Wissenschaftlerinnen hervorstreichen will, deren Leistungen allzu oft in der Forschungscommunity ungewürdigt geblieben sind.

Auf Platz zwei wurde mit 14,2 Prozent DNA-Pionierin Rosalind Franklin (1920-1958) gewählt, deren Grundlagenarbeit zur Erfoschung der Doppelhelix keine Berücksichtigung bei der Nobelpreisvergabe 1962 erfahren hatte, weil ihre Kollegen/Konkurrenten ihre Leistung unterschlugen (mehr dazu hier).

Mathematikerin, Philosophin und Astronomin Hypatia von Alexandria (370-415) landete mit 9,4 Prozent auf Platz drei, Jocelyn Bell Burnell (eine der zwei noch lebenden Platzierten) kam mit 4,7 Prozent auf Platz vier. Die Radioastronomin ereilte ein ähnliches Schicksal wie Franklin: 1974 wurde sie bei der Vergabe des Nobelpreises für Physik nicht berücksichtigt, was Anlass für Kontroversen in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit gab.

Ada Lovelace (1815-1852), die "erste Programmiererin der Welt" belegt in der Umfrage mit 4,5 Prozent Platz fünf (mehr zu ihr hier).

Die österreichisch-schwedische Atomphysikerin Lise Meitner (1878-1968) wurde mit Platz sechs geehrt - 4,4 Prozent der Stimmen fielen auf sie. Und auch sie ist eine, die bei der Nobelpreisvergabe übergangen worden ist: Drei Mal gleich (mehr dazu hier).

Die Plätze sieben bis zehn gingen an die Biochemikerin Dorothy Hodgkin (1910-1994, 3,8 Prozent), die Mathematikerin Sophie Germain (1776-1831, 3,7 Prozent), die Biologin Rachel Carson (1907-1964, 3,3 Prozent) und die zweite noch lebende Inspirierende, die Verhaltensforscherin Jane Goodall mit 2,7 Prozent. (red)

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    Die "inspirierendste" Forscherin aller Zeiten: Marie Curie in einer Archivaufname unbestimmten Datums.

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