Stopp: Zurück an den Start

6. Juli 2009, 16:38
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Motor abschalten, wenn er nicht gebraucht wird, und Sprit sparen: Das können mehrere Hersteller. Mazda hat eine raffinierte Methode: Mazda3 i-stop

Sanssouci. Ohnesorg. Nachdem sein Prügelvater das Zeitliche gesegnet hatte, war Preußenkönig Friedrich II. in diesem Punkt alle Sorgen los und ließ sich in Potsdam sein so benamstes Rokokoschloss erbauen, von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Weil Mazda gern assoziativ vorgeht, haben die Ingenieure was ausgeknobelt, was Autofahrer hinsichtlich Umweltbelastung ein gutes Stück sorgloser macht; die Präsentation des Mazda3 i-stop in Potsdam ist also mit Bedacht gewählt.

Zur Sache, meinen Sie? Wir sind schon mittendrin! Es geht um die Start-Stopp-Angelegenheit. Die hybriden Japaner (Toyota, Prius) haben damit begonnen, BMW (effiziente Dynamik) der Technik zu breitem Durchbruch verholfen, inzwischen matchen sich ein halbes Dutzend Hersteller in der Kunst, den Motor im Bedarfsfall ab- und kurz darauf (per Starter) wieder anzustellen, ihm also zu befehlen: Stopp - zurück an den Start.

I-stop ist Mazdas Beitrag zu diesem Spritsparthema, und er ist ein ganz besonders schlauer. Für den flotten Neustart wird hier ein separater Brennvorgang in einem der vier Zylinder benutzt - nämlich in jenem, der hinsichtlich Kolbenstellung bereits beim Stoppen dafür strategisch in Stellung gebracht wurde. Dazu werden Kolben- und Kurbelwellenstellung, Ventilöffnung und Benzindirekteinspritzung "präzise aufeinander abgestimmt" (Mazda), der elektrische Starter assistiert nur am Rande.

Wie kompliziert das ist, hat(te) maximal die Entwickler zu bekümmern, Mazda-Fahrer können sich hingegen freuen über fast ruckfreies und extrem hurtiges Anspringen der Maschine, sobald per Druck aufs Kupplungspedal die entsprechende Absichtserklärung gegeben wird: Mit 0,35 Sekunden geht das doppelt so schnell wie bei diversen Konkurrenten. Zur Realisierung dieser Idee bedarf es der Benzindirekteinspritzung, die mit i-stop ebenfalls Einzug bei Mazda hält. Die 2,0-l-Maschine leistet 151 PS, geht flott zur Sache - und begnügt sich im Mazda3 normtestzyklisch mit 6,8 l/100 km. Was ihn zu einem der sparsamsten Ottos seiner Klasse macht. Mit Sorgfalt zur Sorglosigkeit. Bitte mehr davon. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/3.7.2009)

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Mazda

  • Das Bild sagt eh schon alles: Bei Ampel- oder sonstwieigen Stopps
schaltet auch Mazda den Motor neuerdings ab. Die Start-Stopp-Funktion
hört hier auf den Namen i-stop - "i" wie besonders intelligent.
    foto: werk

    Das Bild sagt eh schon alles: Bei Ampel- oder sonstwieigen Stopps schaltet auch Mazda den Motor neuerdings ab. Die Start-Stopp-Funktion hört hier auf den Namen i-stop - "i" wie besonders intelligent.

  • Das Display zeigt den An-aus-Status des Benzindirekteinspritzers.
    foto: werk

    Das Display zeigt den An-aus-Status des Benzindirekteinspritzers.

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    foto: werk
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