B-52-Bomber im Anflug

21. März 2003, 16:02
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Mehrere Flugzeuge von Großbritannien aus gestartet: Schwere Bombardements erwartet - Wenig Widerstand gegen amerikanisch-britische Bodenoffensive: In drei bis vier Tagen könnte Bagdad erreicht werden - Saddam angeblich nach Bombardement unversehrt

Bagdad/Washington/London - Nach Aussagen von US-Militärplanern steht in dieser Nacht ein massiver Luftschlag gegen den Irak bevor. Dazu seien in großem Umfang B-52-Bomber zusammengefasst worden, hieß es am Freitag in Washington. Die geplanten Angriffe würden schwerer ausfallen als alle in diesem Konflikt zuvor gesehenen Bombardements.

Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA sind am Freitagvormittag mehrere B 52 vom amerikanischen Militärstützpunkt Fairford aus gestartet. Es wird daher im Laufe des Nachmittags mit neuerlichen Bombardements im Irak gerechnet. Die Flugzeit beträgt für eine einfache Wegstrecke zirka fünf Stunden.

"In drei bis vier Tagen in Bagdad"

Bei der großen Bodenoffensive im Süd-Irak sind US-Truppen bereits in den ersten Stunden weit in Richtung Bagdad vorgestoßen. Die amerikanischen und britischen Einheiten könnten bereits "binnen drei bis vier Tagen" die irakische Hauptstadt erreichen, sagte am Freitag ein britischer Militärsprecher. Außerdem sollen sich irakische Einheiten um die südirakische Großstadt Basra in großer Zahl ergeben haben. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür nicht. Aus der nordirakischen Stadt Mosul (Mossul), der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden zum Teil heftige Explosionen gemeldet.

Die Infanterieverbände trafen bei ihrem Vormarsch durch die sehr ebene Wüste im Süd-Irak auf wenig Widerstand. Militärbeobachter sahen dies als Anzeichen dafür, dass sich der irakische Präsident Saddam Hussein auf die Verteidigung der Hauptstadt Bagdad konzentriert.

Umstrittene Bilder von aufgebenden Irakern

Irakische Soldaten oder Zivilisten haben sich einem Medienbericht zufolge der britischen Armee ergeben. Der katarische Fernsehsender Al Jazeera zeigte am Freitag Aufnahmen von zwei angeblich aus dem Irak stammenden Männern in Zivilkleidung, die auf einer Wüstenstraße vor britischen Soldaten niederknieten. Einer von ihnen hielt als Zeichen seiner Ergebenheit eine weiße Fahne hoch. Beide Männer gingen dann auf zwei Soldaten zu, bei denen es sich Al Jazeera zufolge um Briten handelte, und wurden durchsucht. Dann zeigten die Bilder des Satellitensenders einen dunkel gekleideten Mann, der vor einem Soldaten ungeklärter Nationalität auf dem Boden lag. Al Jazeera zufolge ergab sich auch dieser Mann. Wo die Bilder aufgenommen wurden, sagte der Sender nicht.

Das britische Militärkommando meldete bisher aber keine Gefangennahmen von Irakern.

Bagdad: "Das sind keine Soldaten"

Das irakische Informationsministerium bestätigte unterdessen am Freitag erstmals, dass sich Saddam zum Zeitpunkt der ersten amerikanischen Luftangriffe in einem der bombardierten Paläste aufgehalten hat. Zugleich wurde aber betont, dass der irakische Präsident dabei unversehrt blieb. "Sie haben seinen Haushalt mit Raketen beschossen", sagte Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf. "Gott sei Dank sind sie alle sicher." Die USA bezeichnete er als "Supermacht der Schurken". Man habe den Gegner in eine Falle gelockt und werde ihn da nicht mehr hinauskommen lassen. Sahhaf wies Fernsehbilder von sich ergebenden irakischen Soldaten als Fälschungen zurück. "Das sind keine irakischen Soldaten," sagte er. "Von wo haben sie sie hergeschafft?"

Internationale Militärbeobachter sprachen indes davon, dass sich die US-Strategen um Kontakte zur irakischen Militärführung bemühen, um in einem frühen Stadium eine Kapitulation herbeizuführen. Dies sei auch der Grund dafür, dass der Kriegsbeginn verhaltener ausgefallen sei, als ursprünglich erwartet worden war. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, es sei immer noch möglich, das Regime in Bagdad auch ohne einen massiven Krieg zu stürzen. Auch die Republikanische Garde, die Elitetruppe Saddam Husseins, sei in die Kontakte eingeschlossen, erklärte Rumsfeld in Washington. (APA/dpa/AP/Reuters)

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    Ein amerikanischer B-52 hebt vom US-Stützpunkt in Fairford, Gloucestershire, ab

  • Der
katarische Fernsehsender Al Jazeera zeigte am Freitag Aufnahmen von
zwei angeblich aus dem Irak stammenden Männern in Zivilkleidung, die
auf einer Wüstenstraße vor britischen Soldaten niederknieten
    foto: al-jazeera

    Der katarische Fernsehsender Al Jazeera zeigte am Freitag Aufnahmen von zwei angeblich aus dem Irak stammenden Männern in Zivilkleidung, die auf einer Wüstenstraße vor britischen Soldaten niederknieten

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