"Gibt immer ein oder zwei Idioten"

30. Juni 2009, 15:19
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UCI-Präsident McQuaid verspricht zielgerichtete und Dank Kohls Aussagen effektivere Kontrollen - AFLD setzt neuen Test ein

Monaco - Der Weltverband UCI und die französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) versprechen einen kompromisslosen Anti-Doping-Kampf bei der am Samstag beginnenden Radrundfahrt Tour de France. Laut UCI ist eine Gruppe von 50 Fahrern seit Wochen in einem intensiven Kontroll-Programm, das auch während der Tour fortgeführt werden wird. Zum Teil kommen diese Fahrer aus der Gruppe jener, deren Werte in den Biologischen Pässen Unregelmäßigkeiten aufgewiesen hätten.

Der geständige österreichische Ex-Profi Bernhard Kohl hätte mit seinen Aussagen geholfen, die Kontrollen effektiver zu machen, sagte AFLD-Chef Pierre Bordry. Dieser erklärte auch, dass die AFLD einen neuen Test einsetzen werde, um mutmaßlich nicht zu entdeckende Substanzen aufzufinden.

Die Frage, ob die Profis also auf gleiche Weise überrascht werden könnten wie vor einem Jahr - bei den Nachtests auf CERA ging u.a. Kohl ins Netz - beantwortete Bordry mit: "Ja, ich antworte klar mit ja. Es gibt eine Substanz, von der wir wissen, wie wir sie finden, und die Fahrer denken, das können wir nicht."

"Ich bin in Bezug auf die Vorhersage von Doping-Fällen bei der kommenden Tour weder Optimist noch Pessimist. Aber es gibt immer ein oder zwei Idioten", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid im Vorfeld der Tour de France. Laut McQuaid sollen insgesamt 520 Blut- und Urin-Tests vorgenommen werden.

Die ersten, obligatorischen Blut-Tests erfolgen am Donnerstag bei allen 180 Startern. Die Proben werden eingefroren, um sie gegebenenfalls später nachkontrollieren zu können. Nach jeder Etappe werden wie immer der Tagessieger, der Träger des Gelben Trikots und mindestens vier geloste Fahrer, deren Namen erst 15 Minuten vor Etappenende genannt werden, kontrolliert. Die Kandidaten werden im Ziel von "Chaperons" in Empfang genommen und bis zum Vollzug nicht mehr aus den Augen gelassen.

Bereits vor Wochen schwärmte McQuaid: "Die Tour wird das am besten kontrollierte Großereignis der Sportgeschichte sein." (APA/dpa/Reuters)

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