Schiiten demonstrieren für umstrittenes Eherecht

27. Juni 2009, 14:03
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Karzai hatte Gesetz auf ausländischen Druck ausgesetzt - Kritiker sehen darin einen Freibrief für Vergewaltigung in der Ehe enthalten

Kabul - In Afghanistan haben Schiiten für die Einführung des umstrittenen Ehegesetzes demonstriert, das Präsident Hamid Karzai auf ausländischen Druck ausgesetzt hat. Etwa 1.000 Menschen, darunter 300 Frauen, forderten am Samstag vor einer Moschee in Kabul das Inkrafttreten der Bestimmungen, in denen Kritiker unter anderem einen Freibrief für Vergewaltigungen in der Ehe sehen.

Nach den Bestimmungen des von Karzai bereits unterzeichneten Gesetzes müssen Frauen ihren Männern sexuell zu willen sein. Ferner bedürfen sie in bestimmten Fällen zum Verlassen des Hauses der Zustimmung ihres Partners. Neben den USA hatte auch die deutsche Regierung das Eherecht für die Schiiten kritisiert, die etwa 15 Prozent der 30 Millionen Afghanen stellen.

Die Demonstranten forderten das Inkrafttreten des Gesetzes mit der Begründung, es sei bereits vom Präsidenten unterzeichnet worden. Mit den Protesten solle Unterstützung für das Gesetz deutlich gemacht werden. Ein Geistlicher sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, Befürchtungen, das Gesetz bedeute einen Freibrief für Vergewaltigungen in der Ehe, seien unbegründet. Zudem verpflichte das neue Recht die Männer, für die wirtschaftliche Sicherheit ihrer Frauen zu sorgen. (APA/Reuters)

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