Zwei Bürgermeister in Kärnten sind interessiert

27. Juni 2009, 13:58
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Gemeindeoberhäupter von Eisenkappel (Einheitsliste) und Neuhaus (SPÖ) können sich Einrichtung vorstellen - Dörfler: "Purer Wahnsinn"

Klagenfurt - Innenministerin Maria Fekter (V) hat für das von ihr beworbene Erstaufnahmelager im Süden Österreichs bereits zwei Kärntner Interessenten gefunden: Die Bürgermeister von Eisenkappel und Neuhaus (Bezirk Völkermarkt) - Franz Josef Smrtnik (Einheitsliste) und Gerhard Visotschnig (SPÖ) - können sich eine derartige Einrichtung in ihrer Gemeinde vorstellen, berichtete die "Kleine Zeitung" in ihrer Ausgabe am Samstag. Landeshauptmann Gerhard Dörfler (B) bezeichnete das postwendend als "puren Wahnsinn".

Fekter hatte am Mittwoch Gemeinden dazu aufgefordert, sich für ein Erstaufnahmezentrum zu bewerben und verwies im Gegenzug auf Vorteile für die Gemeinden. Smrtnik hatte daraufhin Unterlagen des Ministeriums angefordert. Nun wolle er Vor- und Nachteile abwägen. Als Standort sei eine gemeindeeigene, acht Hektar große Fläche nahe des ehemaligen Obir-Geländes angedacht.

Noch sind es aber nur die Meinungen der Gemeindeoberhäupter, Gespräche diesbezüglich wurden nicht geführt. Visotschnig plant etwa, in seiner Kommune eine unabhängige Gruppe zu bilden, die sich das Projekt seriös anschaue. Grundsätzlich sei er aber der Meinung, sich einer solchen Einrichtung gegenüber nicht zu verschließen.

Was der BZÖ-Landeshauptmann anders sieht: Einen Kurort wie Bad Eisenkappel durch ein Asyllager zu zerstören und jegliches Image zu nehmen, grenze an "puren Wahnsinn", so Dörfler in einer Aussendung: "Das Land Kärnten wird jedenfalls alle nur erdenklichen Möglichkeiten ausschöpfen um diese politische Amokfahrt der gescheiterten Innenministerin zu beenden." Die Landesregierung verabschiedete eine Resolution gegen die Erstaufnahmestelle Süd. Auch der Präsident des Kärntner Gemeindebundes, Hans Ferlitsch, sprach sich gegen die Errichtung eines solchen Lagers in Kärnten aus. (APA)

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