Ein erster Blick auf das iPhone 3GS

25. Juni 2009, 10:05
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Nicht sensationell, aber Apple hat seinen Bestseller sehr gelungen aktualisiert - Ab Freitag im Handel

Apple ist der Versuchung, jedes Jahr dutzende Handys mit geringfügigen Unterschieden auf den Markt zu werfen, bisher nicht unterlegen. Die dritte Hardware-Version des Kulthandys, 3GS, ab Freitag erhältlich, ist äußerlich unverändert und hat nur wenige Features mehr als die dritte Software-Version 3.0, die seit vergangener Woche bisherigen iPhone-Benutzern gratis zur Verfügung steht.

Nicht sensationell, aber ...

Die Verbesserungen sind nicht sensationell, teils sind es Funktionen, die auf anderen Handys längst vorhanden sind. In Summe bauen sie die enorme Vielseitigkeit und exzellente Handhabung des Geräts weiter aus.

Die wichtigsten Neuerungen im Test:

Beim iPhone 3GS (S für Speed, dazu in Kürze) wurde endlich die Kamera verbessert, auf 3,2 Megapixel mit Autofokus. Damit ist Apple weiterhin nicht bahnbrechend (acht Megapixel ist derzeit die obere Latte), aber man muss sich für die Kamera zumindest nicht mehr genieren. Nette Autofokusfunktion (zuvor schon bei Sony Ericsson): Durch Tippen auf einen Bildbereich wird dieser scharfgestellt. Videoaufnahmen sind jetzt möglich, mit 30 Frames pro Sekunde. Die Videofunktion wurde bedauerlicherweise nicht dem Software-Update beigegeben. Video kann am iPhone bearbeitet und auf Youtube hochgeladen werden.

Speed

Die neue Hardware zeichnet sich ansonst vor allem durch höhere Geschwindigkeit aus: Sowohl beim Mobilfunknetz als auch beim Gerät selbst, das schneller auf Eingaben reagiert. Die Akkulaufzeit wurde verbessert, für eigene Messungen war die Zeit zu kurz, aber übereinstimmend sprechen US-Tester von 20 bis 30 Prozent Zeitgewinn. Vor allem Musik- und Videowiedergabe haben stark gewonnen.

Neue Display-Beschichtung

Weitere Neuerungen beim Gerät: Sprachein- und Sprachausgabe für Telefonnummern und Musikwiedergabe; ein Kompass, durch den auf Google-Karten eine bessere Orientierung über die eigene Richtung möglich wird. Eine neue Display-Beschichtung, um Fingerabdrücke leichter abwischen zu können. Und ein maximaler Speicher von 32 (statt bisher 16) Gigabyte, was für ziemlich viel Musik und Video reicht.

Über die meisten anderen Neuerungen wurde schon vielfach berichtet. Die wesentlichen im schnellen Vorlauf: endlich MMS, um Bilder, Visitkarten oder Karten-Standorte zu verschicken. Markieren, Ausschneiden und Kopieren von Texten innerhalb und zwischen Programmen ist jetzt möglich - eine einfach funktionierende, überfällige Ergänzung. Suchfunktionen für das gesamte Gerät (Kontakte, Termine, Mail, Notizen, Musik, Diktierprogramm etc.).

Navigationssoftware

Da jetzt so gut wie alle Programme quer gehalten werden können, gibt es überall auch die größere Bildschirmtastatur. Navigationssoftware, u. a. von Tomtom. Die Möglichkeit, das iPhone als Internet-Anschluss für das Notebook zu verwenden, via Kabel oder Bluetooth. Bluetooth-Stereokopfhörer. Eine Suchfunktion, um verlorene, gestohlene iPhones zu lokalisieren und ihnen eine Nachricht und Alarmton zu schicken (dazu ist das kostenpflichtige MobileMe-Service erforderlich) oder Inhalte aus der Ferne zu löschen. Alles in allem: Apple hat seinen Bestseller sehr gelungen aktualisiert. (helmut.spudich@derStandard.at, DER STANDARD Printausgabe 25.6.2009)

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  • Solche glücklichen Gesichter gibt es bei Apple (-Fanboys)

    Solche glücklichen Gesichter gibt es bei Apple (-Fanboys)

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