Regierende Sozialisten gleichauf mit rechtsextremer Jobbik

24. Juni 2009, 16:52
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Umfrage: MSZP erstmals unter 10 Prozent gefallen - Fidesz mit 48 Prozent Nummer eins

Budapest/Wien - Der Sinkflug der regierenden ungarischen Sozialisten (MSZP) geht offenbar unaufhaltsam weiter: Nun sind sie in einer Umfrage erstmals unter 10 Prozent gerutscht, wie aus einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Nezöpont Intezet (Blickwinkel-Institut) für die konservative Wochenzeitung "Heti Valasz" hervorgeht. Nun hat die seit 2002 regierende, in den vergangenen Jahren zunehmend unter Beschuss geratene Partei die gleiche Popularität wie die rechtsextreme Formation Jobbik.

Die größte Oppositionspartei Fidesz-MPSZ führt überragend mit 48 Prozent jener Befragten, die bei den für kommendes Frühjahr geplanten Parlamentswahlen sicher wählen gehen würden. MSZP und Jobbik standen mit 9 Prozent ex aequo an zweiter Stelle, die liberalen Freidemokraten (SZDSZ, 2 Prozent) und die konservative Oppositionspartei MDF (3 Prozent) würden demnach die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen. Ein Viertel jener Befragten, die wählen gehen wollen, wollte oder konnte allerdings keine Präferenz für eine bestimmte Partei äußern.

Bei der EU-Wahl Anfang Juni hatte Fidesz mit 56,36 Prozent einen erwartet triumphalen Erfolg eingefahren. Der eigentliche Sieger war aber die umstrittene Partei Jobbik, die in den vergangenen Jahren mit der Gründung der paramilitärischen Formation "Ungarische Garde" und mit Anti-Roma-Rhetorik auch international für Besorgnis gesorgt hat. Jobbik ("Das Bessere" - Kurzform für "Jobbik Magyarorszagert Mozgalom": "Bewegung für ein besseres Ungarn") landete mit 14,77 Prozent an dritter Stelle, knapp vor den Sozialisten, die 17,37 Prozent bekamen. (APA)

 

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