Groß bevorzugt ... aber nicht bekommen

29. Juni 2009, 12:18
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Buntbarsche würden sich gern mit möglichst großen Partnern paaren - landen dann aber doch bei denen ihres eigenen Formats

Bonn - Obwohl Buntbarsche große Partner bevorzugen, kommt es im Endeffekt in der Regel doch dazu, dass sich stets Männchen und Weibchen derselben Körpergröße paaren; es bleibt ihnen einfach nichts anderes übrig. Das berichten Biologen der Universität Bonn in der Zeitschrift "BMC Evolutionary Biology". Ihr Experiment ist ein Beitrag zur Entschlüsselung der sexuellen Selektion bei Tieren und anderen Organismen.

Anspruch ...

Die Forscher testeten, welchen Einfluss die Größe bei der Partnerwahl spielt. Dazu stellten sie Computermonitore mit Bildern verschieden großer Fische an den Wänden der Aquarien und beobachteten, wohin sich die Testfische bewegten. "Unabhängig von der eigenen Größe bevorzugen die Barsche große Partner", so der Forschungsleiter Sebastian Baldauf. Die Suche nach großen Partnern ergebe für Buntkarpfen Sinn, da große Weibchen aufgrund der höheren Eierproduktion für mehr Nachwuchs sorgen und große Männchen Räuber besser von der Brut abwehren können.

... und Wirklichkeit

Angesichts dieser Ergebnisse verblüffte es die Forscher, dass Männchen und Weibchen der Buntbarsch-Paare dann doch zumeist ähnlich groß sind. Große Fische paaren sich mit großen, kleine mit kleinen. "Das hat nichts mit Vorlieben von ähnlichen Partnern zu tun", erklärt Baldauf. "Vielmehr ist es das Ergebnis eines sexuellen Konflikts. Die großen Tiere können unter ihren Verehrern aussuchen und wählen die größten. Für die kleineren Fische bleiben nur kleinere Partner übrig - frei nach der Devise, dass man nicht immer das bekommen kann, was man sich wünscht." Dieses Phänomen beruht laut dem Evolutionsbiologen auf der die Tatsache, dass bei den Buntbarschen beide Partner gleichermaßen die Partnerwahl entscheiden. (pte/red)

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    Buntbarsche sind eine extrem artenreiche Familie - die Schätzungen belaufen sich auf 1.300 bis 3.000 Arten.

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