ORF-Chefs für Qualität belohnen, fordert Studie

23. Juni 2009, 18:29
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"Public Value": Quote sollte kein Maßstab sein, ob ORF-Manager Bonuszahlungen erhalten - Die Thesen als Download

Wien - "Das ist einmalig", staunt Reinhard Christl, jedenfalls für Gebührensender. Den Chef der Wiener Fachhochschule für Journalismus verwundert, dass Quote ein Maßstab ist, ob ORF-Manager Bonuszahlungen erhalten. Sollten Sie, findet er. Aber dafür, wie sie den öffentlichen Auftrag erfüllen.

Christl leitet die 580.000 Euro schwere, entgegen unserem ersten Bericht nicht vom ORF mitfinanzierten Studie über öffentlich-rechtlichen Mehrwert, "Public Value". Dienstag präsentierte er mit den Kommunikationswissenschaftern Matthias Karmasin und Barbara Baierl erste Schlüsse aus internationalen Vergleichen mit BBC, ARD/ZDF und SRG. Fünf Thesen, Forderungen leiten sie daraus ab:

- Der Programmauftrag sei zu präzisieren und regelmäßig zu aktualisieren, tunlichst in einem öffentlichen, gründlichen Verfahren.

- Selbstreguliert, extern kontrolliert stellen sich die Studienautoren Qualitätsstandards und Ziele vor.

- Konkrete Vorgaben, um den Auftrag umzusetzen, fordern sie. Die BBC muss präzise Mindest-Prozentsätze für Programme unabhängiger Produzenten, Originalprogramme, regionale Inhalte einhalten. Das ZDF verpflichtet sich zu 50 Prozent des Hauptabendprogramms für Information, in den Nachrichten 38 Prozent Politik.

- Prüfung des öffentlichen Werts bestehender und neuer Angebote und ihrer Einflüsse auf den Markt.

- Transparenz und Öffentlichkeit für interne Vorgänge und Prüfungen.

Auf der Basis fordern die Betreiber der Studie (neben Boni für Qualität) höhere Qualifikation von ORF-Stiftungsräten und Transparenz bei ihrer Bestellung. Rundfunkgebühren komplett für den ORF (statt ein Drittel an Bund und Länder). Und Gebühren für private müssten unabhängige Behörden verteilen. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 24.6.2009)

  • Fünf Thesen zu "Public Value".

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  • Präsentation: Mehr Qualität und Unabhängigkeit für den ORF.

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