Mehrheit der Wiener ist für Verbot von Glücksspielautomaten

22. Juni 2009, 19:55
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44 Prozent halten diese Maßnahme für sinnvoll

In Wien gibt es erstmals eine relative Mehrheit für ein generelles Verbot von Glücksspielautomaten. 44 Prozent der Bevölkerung halten diese Maßnahme für sinnvoll oder sehr sinnvoll, ergab das Suchtmittelmonitoring für die Wiener Drogenkoordination. Lediglich 35 Prozent sind der Meinung, eine Prohibition wäre nicht sinnvoll. Vor zwei Jahren war das Verhältnis noch fast umgekehrt: 41 Prozent waren damals gegen und 38 Prozent für ein Verbot. Gar drei von vier Wiener plädieren für Zutrittskontrollen bei Wettbüros und Automatenspiellokalen.

In der Wahrnehmung der Bevölkerung wird der Drang zum Buchmacher oder dem Pokerautomaten auch als weitverbreitet angesehen. 47 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Ifes Befragten glauben, die Sucht sei stark verbreitet. Zum Vergleich: Für Magersucht glauben das nur 27 Prozent.

In der Realität ist es schwieriger nachzuweisen, wie viele Betroffene es gibt. Beratungsstellen wie die "Anonymen Spieler" beobachten zwar mit dem ständig wachsenden Angebot - erst in der Vorwoche hatte die Firma Novomatic die Lizenz für weitere 600 Automaten im Wiener Prater bekommen - auch mehr Hilfesuchende. Genaue Studien fehlen aber. Maximal ein Prozent der Erwachsenen soll abhängig sein, schätzen Suchtforscher. Weitere drei bis vier Prozent gelten als gefährdet. (moe/DER STANDARD-Printausgabe, 23.6.2009)

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