Twitter setzt auf Online-Shopping als Geldquelle

22. Juni 2009, 13:11
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Blogging-Dienst auf der Suche nach brauchbarem Geschäftsmodell

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter ist auf der Suche nach einem geeigneten Geschäftsmodell, um Profit aus den mittlerweile mehr als zehn Mio. Nutzern des Portals zu schlagen. Dessen Gründer Evan Williams, Biz Stone und Jack Dorsey verdienen mit der populären Webseite, die derzeit vor allem wegen ihrer politischen Rolle im Zuge der Protestausschreitungen im Iran die Schlagzeilen füllt, bislang keinen Cent. Nachdem Biz Stone im Mai angekündigt hatte, dass es bis Jahresende kostenpflichtige Zusatzdienste auf der Plattform geben könnte, die speziell für Firmen gedacht sind, die Twitter kommerziell nützen, sind nun die neuesten Pläne der Seitenbetreiber an die Öffentlichkeit gesickert. So soll das Micro-Blogging-Portal in Zukunft vor allem verstärkt im E-Commerce-Bereich Fuß fassen und seinen Nutzern unter anderem auch die Möglichkeit bieten, direkt über die Seite Einkäufe zu tätigen.

Eine sehr wahrscheinliche Einnahmequelle

"Der E-Commerce-Sektor, insbesondere Links zu verschiedenen Produkten und vertragsfertige Zahlungsmechanismen, sind eine sehr wahrscheinliche Einnahmequelle für Twitter", zitiert die New York Times Todd Chaffee, Aufsichtsratsmitglied des Online-Dienstes. Die Entwicklung der vergangenen Monate habe deutlich gezeigt, dass sich das Blogging-Portal ohnehin bereits stark in diese Richtung bewegt habe. "Viele Leute nutzen Twitter, um sich Kaufempfehlungen von anderen Usern zu holen", stellt Chaffee fest. Da Online-Shopping inzwischen ein starkes Thema auf der Plattform geworden sei, wäre die Schaffung einer direkten Produktkaufmöglichkeit lediglich der nächste logische Schritt. "Das kommerzielle Suchgeschäft lässt sicher extrem gut zu Geld machen", ergänzt Chaffee.

Spielwiese für Unternehmen

Dass Twitter schon jetzt eine äußerst vielversprechende Spielwiese für Unternehmen ist, um die eigenen Produkte verkaufen zu können, zeigt das Beispiel des Computer-Versandhändlers Dell. Dieser hat dort eigenen Angaben zufolge bereits drei Mio. Dollar über Links eingenommen, die User über internationale Sonderangebote des Konzerns informieren. Das Unternehmen twittert seit 2007 und hat mittlerweile mehr als 11.000 Beobachter (sogenannte "Followers"). (pte)

 

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