Neue Behandlungs­methode für Speiseröhrenkrebs

19. Juni 2009, 15:16
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"Radiofrequenz Ablation": Eingriff bei Krebsvorstufe - In Österreich etwa 320 Neuerkrankungen jährlich

Wien - Mediziner des "GERD Center of Excellence" haben am Donnerstagabend im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien eine neue Methode zur Behandlung von Speiseröhrenkrebs vorgestellt: die "Radiofrequenz Ablation". Dadurch könnten nun Vorstufen der durch Sodbrennen ausgelösten Speiseröhrenkrebsart Adenokarzinom (Barrett-Karzinom) effektiv behandelt werden, erklärte Johannes Zacherl von der Wiener Universitätsklinik für Chirurgie, der dem "GERD Center of Excellence" angehört. Bei dem Eingriff werde mittels Ballsonde die angegriffene Schleimhaut zerstört.

Sodbrennen als Auslöser

Immer mehr Österreicher erkranken an Speiseröhrenkrebs. Wurden in den 80er Jahren noch 150 jährliche Neuerkrankungen registriert, so waren es 2006 bereits 320 Fälle. Der häufigste Krebsauslöser ist laut Medizinern die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) - im Volksmund auch als Sodbrennen bekannt. Oft führen ein ungesunder Lebenswandel und psychischer Stress zur Refluxerkrankung, die sich meistens, aber nicht notwendigerweise als "saures Aufstoßen" bemerkbar macht.

"Es ist noch weitgehend unbekannt, dass auch chronische Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten Indikatoren eines beginnenden Speiseröhren-Karzinoms sein können", erklärte Zacherl. Die Chirurgische Funktionsdiagnostik am AKH Wien stellte fest, dass mit dem Ansteigen der Arbeitslosenrate auch ein steigende Zahl an Refluxerkrankungen registriert wurde. Der Krebs kann sich in seinen Vorstufen über viele Jahre hinweg ziehen: "Vom Beginn der Refluxkrankheit bis zum Tumor können 20 bis 30 Jahre vergehen", erklärte Zacherl.

Angegriffene Schleimhaut wird zerstört

Hat der Speiseröhrenkrebs bereits eine Vorstufe erreicht, ist es nun möglich, mittels "Radiofrequenz Ablation" einzugreifen: Dabei wird laut Zacherl die angegriffene Schleimhaut zerstört. Die Speiseröhre werde dabei weder entfernt noch werde deren Funktion beeinträchtigt. Die Krebsvorstufe könne bei diesem Eingriff mittels einer Ballsonde durch Applikation hoch frequenter Energie zu fast 100 Prozent zerstört werden.

Die Daten für die Ablations-Methode gibt es erst seit zwei Jahren.  Bis jetzt sei es noch zu keinen schwerwiegenden Komplikationen gekommen. Die neue Behandlungsmethode werde ab Herbst im Wiener AKH angeboten und von den Krankenkassen finanziert. (APA)

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