Bischöfe entschuldigten sich in Rom

19. Juni 2009, 18:48
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Bischof Schwarz: Man habe Kurie nach der Bestellung Wagners unrecht getan - Wagner kommt nicht zu "Versöhnungsgottesdienst"

Wien/Linz/Mariazell - Die österreichischen Bischöfe haben sich bei einem Besuch in Rom Anfang dieser Woche beim Vatikan entschuldigt, dass man im Zuge der geplanten Bestellung Gerhard Maria Wagners zum Linzer Weihbischof den Vorwurf geäußert hat, im Vorfeld der Bestellung seien zu wenige Gespräche geführt worden. Das sagte der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz am Freitag. Wagner selbst sagte indes seine Teilnahme am "Versöhnungsgottesdienst" am Sonntag in Linz ab.

Man habe der Kurie nach der Bestellung Wagners mit dem Vorwurf, es seien im Vorfeld der Bestellung zu wenig Gespräche geführt worden, unrecht getan, meinte Schwarz. Diese müsse bei einem Weihbischof nicht derartig umfangreiche Konsultationen durchführen wie beispielsweise vor der Ernennung eines Diözesanbischofs. "Wir haben uns entschuldigt, dass wir wir das so negativ dargestellt haben zum Schaden Roms."

Im Hinblick auf die Bestellung eines neuen Weihbischofs - der konservative Wagner hatte wegen Widerstands auch in der eigenen Diözese auf das Amt verzichtet, was vom Vatikan akzeptiert wurde - werde Schwarz im Herbst wieder "vorsichtige" Kontakte mit der Nuntiatur und den zuständigen Stellen in Rom aufnehmen.

Wagner selbst sorgte am Freitag für Aufsehen, weil er bekanntgab, nicht an einem für Sonntag geplanten "Versöhnungsgottesdienst" im Linzer Mariendom teilzunehmen. Er sei über die Verwendung von Fladenbrot in einer modernen Monstranz bei einer Fronleichnamsprozession von fünf Pfarren in Linz verärgert, begründete er sein Fernbleiben. Dies sei eine "Provokation", meinte er zur APA.

Bischof Schwarz, der den Gottesdienst unter anderem initiiert hat, reagierte überrascht auf Wagners Ankündigung. Er habe noch nicht mit ihm gesprochen, doch eines stehe fest: "An einer Person scheitert dieser lange Prozess der Versöhnung nicht."

"Zentralen Sendung zuwenden"

Nach den vielfältigen Turbulenzen in den vergangenen Monaten will sich die Kirche nun jedenfalls wieder "ohne Probleme wegreden zu wollen" ihrer "zentralen Sendung zuwenden", hieß es in einer Aussendung anlässlich der Sommervollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in Mariazell. Die Kirche müsse "im besten Sinn dieses Wortes wieder stärker missionarisch werden". Bei Papst Benedikt XVI. bedankte sich die Vollversammlung "für den brüderlichen Dialog". Ein weiteres Ergebnis der Vollversammlung ist die Ernennung des Wiener Weihbischofs Stephan Turnovszky zum österreichischen "Jugend-Bischof". Er löst damit den Grazer Weihbischof Franz Lackner ab. (APA)

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