"Ein zu gut gehütetes Geheimnis"

18. Juni 2009, 18:23
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"dok.film" erkundet entlang dieses "Tabus" die Stellung der Frau in unseren Gesellschaften und den Platz, den man ihr oft zuweist

Wien - Regisseurin Diana Fabianova erkundet eines der "letzten großen Tabus unserer Gesellschaft": die Menstruation. Ihr Dokumentarfilm "Ein zu gut gehütetes Geheimnis" (Originaltitel: "Moon Inside You") behandelt das Thema aus sehr persönlicher Sicht mit viel Fingerspitzengefühl und Leichtigkeit, wird aber gleichzeitig auch der Komplexität der Materie vollends gerecht. gezeigt wird er am Sonntag in ORF 2.

Wie viele Frauen leidet auch Diana, eine Slowakin Anfang 30, seit Jahren Monat für Monat unter starken Regelschmerzen. Jedes Mal fragt sie sich erneut: "Ich bin noch gesund. Wie kommt es, dass es mir dennoch so schlecht geht und ich so niedergeschlagen bin?" So beginnt eine beharrliche Suche, die zunächst eher impulsiv und sehr persönlich ist, später aber universelle Züge annimmt, und zu den Wurzeln des Frauseins führt.

Systematische und radikale Analyse

Ausgehend von einem der ältesten Tabus unserer christlich-jüdisch geprägten Gesellschaft, unterzieht der Film die Stellung der Frau in unseren Gesellschaften beziehungsweise den Platz, den man ihr gerne zuweist, einer ebenso systematischen wie radikalen Analyse.

Regisseurin Diana Fabianova lässt renommierte BiologInnen, MedizinerInnen, PhilosophInnen und AnthropologInnen zu Wort kommen, geht aber auch auf Glaubensvorstellungen, Traditionen und mythologische Überlieferungen ein und untersucht schließlich die Rolle von Werbung, Film und Fernsehen als Teil unseres kollektiven Unterbewusstseins.

Die Fragen der Filmemacherin finden ihr Echo im Filmtagebuch der zwölfjährigen Dominika. Das Mädchen weiß, dass es bald ihre Regel bekommen wird, und spricht über Ängste und Erwartungen, die es mit dem "Frau-Werden" verbindet. (red)

Sendetermin

Sonntag, 21. Juni um 22.55 Uhr in ORF 2 im Rahmen des "dok.film"

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