Spanien rutscht ins Halbfinale - Südafrika holt drei Punkte

17. Juni 2009, 18:30
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Schlichter 1:0-Erfolg des Europameisters gegen Asien-Meister Irak genügte zum Aufstieg in Vorschlussrunde - Südafrika vermied Bauchlandung mit 2:0 gegen Neuseeland

Bloemfontein - Spaniens Rekordjäger sind mit angezogener Handbremse ins Halbfinale des Fußball-Confederations-Cups geschlichen. Nach dem 5:0-Schützenfest zum Auftakt gegen Neuseeland musste sich der Europameister am Mittwoch in Bloemfontein gegen den Irak mit einem 1:0-Pflichtsieg begnügen. Vor 31.000 Zuschauern gelang EM-Torschützenkönig David Villa (55.) gegen den destruktiven Asien-Meister das goldene Tor für die Iberer, die mit minimalem Kraftaufwand als erstes Team die Vorschlussrunde erreichten.

Gastgeber Südafrika wieder auf Kurs

Südafrikas Nationalteam hat die drohende Bauchlandung beim Confederations Cup vorläufig abgewendet. Angetrieben von Steven Pienaar und Doppeltorschütze Bernard Parker feierte der WM-Gastgeber in Rustenburg einen verdienten 2:0-Erfolg gegen Neuseeland. Durch den ersten Turniersieg in der Gruppe A bleibt Südafrika beim Heimturnier hinter Spanien mit vier Punkten auf Halbfinal-Kurs. Serbien-Legionär Parker (21., 52.) erzielte im Royal Bafokeng Stadion vor 36.598 Zuschauern beide Tore gegen den in allen Confederations-Cup-Spielen weiter sieglosen Ozeanienmeister.

Der wenig berauschende Erfolg gegen den Irak war Spaniens 14. Sieg in Folge. Eine solche Serie war zuvor nur Australien (1996-97), Brasilien (1997) und Frankreich (2003-04) gelungen. Und dem nächsten Weltrekord ist der Europameister auch ganz nah: Seit 34 Spielen ist der EM-Champion ungeschlagen, Brasiliens Spitzenwert von 35 Partien aus den Jahren 1993 bis 1996 kann schon im letzten Gruppenspiel am Samstag gegen Gastgeber Südafrika egalisiert werden. "Die Rekorde sind eine Extra-Motivation", bemerkte Trainer Vicente del Bosque, der sein Team gegenüber der Auftakt-Gala auf vier Positionen veränderte und mit komplett neuer Innenverteidigung begann.

Abstimmungsprobleme beim Favoriten

Für die überraschenden Abstimmungsprobleme beim Favoriten war diese Mini-Rotation allerdings nur bedingt verantwortlich. Ungenauigkeiten im Abspiel, mangelnde Laufbereitschaft und die aggressive Spielweise der Iraker ließen die Kombinationsmaschine um Xavi und Xabi Alonso zunächst ins Stocken geraten. Die extrem defensive Ausrichtung von Iraks Coach Bora Milutinovic, der mit neun Abwehrkräften die Verknappung der Räume verordnete, zeigte Wirkung. Durch die Mitte ging gar nichts. Erst nach 25 Minuten hatte Villa mit einem Volley die erste Großchance. Vier Minuten später verfehlte Santi Cazorla mit links nur knapp.

Auch nach dem Wechsel wollten lediglich die Spanier Fußball spielen - und taten dies weiter nur mit halber Kraft. Trotzdem hatte das zähe Geduldsspiel kurz nach der Pause ein Ende. Zunächst vergab Villa (52.) aus drei Metern noch einen Hochkaräter per Kopf. Zwei Minuten später sorgte der von zahlreichen europäischen Topclubs umworbene Valencia-Torjäger nach einer perfekt getimten Flanke von Juan Capdevila mit seinem zweiten Turniertreffer für die Erlösung. Juan Manuel Mata (78.) und Sergio Ramos (86.) vergaben dann noch einen höheren Sieg.

Neuseeland aus dem Rennen

Während für die Neuseeländer der WM-Testlauf nach der zweiten Niederlage schon vor dem letzten Duell gegen den Irak gelaufen ist, würde Südafrika ein Unentschieden gegen Spanien im abschließenden Gruppenspiel am Samstag sicher zum Einzug in die Runde der letzten Vier reichen. Im Fernduell müssen die Regenbogen-Kicker aber immer noch den Irak im Auge behalten, der mit einem Sieg über Neuseeland auch noch auf vier Punkte kommen könnte. Gegen die "All Whites" vergab Südafrika sogar einen höheren Sieg und die Aufbesserung des vielleicht entscheidenden Torverhältnisses.

Der stark unter Druck stehende Trainer Joel Santana brachte in Pienaar nur einen neuen Spieler in seine Startformation. Der Everton-Kicker kurbelte nach seiner auskurierten Verletzung das beim 0:0 gegen den Irak noch stotternde Offensivspiel an. "Bafana Bafana" legte unter Pienaars Regie schwungvoll los. Thembinkosi Fanteni (3.) und Teko Modise (4.) hatten frühe Chancen. Pienaar (17.) prüfte Kiwi-Keeper Glen Moss mit einem Distanzschuss. Parker erlöste die zuletzt leidgeprüften Fans dann mit seinem Treffer aus 15 Metern. Die Hausherren wollten nachlegen, doch Moss parierte gegen Parker (32.). Neuseelands Offensiv-Bemühungen blieben auch in einer kurzen Drangphase vor der Pause rudimentär.

In der zweiten Hälfte bestimmte Südafrika weiter die Partie, und der bei Roter Stern Belgrad unter Vertrag stehende Parker baute mit seinem zweiten Tor die Führung aus. Einen möglichen Parker-Dreierpack verhindert der starke Moss (63.), der einen Kopfball des Stürmers abwehrte. Technisch deutlich überlegen brachte der Gastgeber den Sieg sicher nach Hause. Neuseeland agierte viel zu harmlos. (red/APA/dpa)

Gruppe A:
Spanien - Irak 1:0 (0:0)
Bloemfontein, 10.000. Tor: Villa (55.)

Südafrika - Neuseeland 2:0 (1:0)
Rustenburg, 30.000. Tore: Parker (21., 52.)

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    David Villa ging in die Luft, das 1:0 gegen den Irak war für die Iberer befreiend.

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