AUA setzt Fluggäste wieder auf Diät

16. Juni 2009, 18:37
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Do & Co wappnet sich für noch schlechtere Zeiten - Hotelprojekt in Istanbul

Wien - Die AUA spart erneut beim Catering. Nach einer ersten Reduktion im Oktober des Vorjahres werden seit Anfang Juni in der Economy Class auf der Kurzstrecke nur noch Schokoriegel oder Salzgebäck serviert. Do & Co entgehen dadurch 16 bis 20 Mio. Euro an Umsatz. Die AUA dementierte dieses Volumen und meinte, es seien nur 17 Prozent aller Passagiere betroffen. Weitere Einsparungen erwartet Do-&-Co-Chef und Mehrheitseigentümer Attila Dogudan nicht mehr, weil die AUA beim Catering nun Lufthansa-Konzernniveau sei. Dogudan: "Der Luxus ist überall draußen. In der Business Class ist die AUA aber besser als der Rest des Marktes". Bereits 2003 war die Bordverpflegung schon einmal gestrichen worden. 2006 wurde das Gratis-Catering auf allen internationalen Flügen (ab 65 Minuten Flugzeit) wieder eingeführt.

"Wir sind auf schlechte Marktverhältnisse vorbereitet, uns kann nichts mehr überraschen", sagte Dogudan bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag. Er gehe davon aus, dass die schwere Krise in der sich die Airline-Industrie derzeit befindet, dazu führt, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird. "Die Leute wollen um das gleiche Geld einen Mehrwert haben". Um zu eruieren, wie dieser Mehrwert aussehen könnte, engagierte Dogudan vier junge Designer, die sich um die Produktentwicklung Gedanken machen.

Kämpfen muss Do & Co erstmals auch um den Catering-Auftrag für das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Der Auftrag war ihm bisher sicher, jetzt hat der Vermarkter, Harti Weirather, erstmals die Vergabe ausgeschrieben. Weirather zum Standard: "Auch wir müssen auf die Preise schauen und wollen einen Preisvergleich haben. Bei der Qualität wollen wir aber auf keinen Fall sparen."

Zum Zug kam Dogudan hingegen bei British Airways. Dort bekam er bis 2013 einen Vertrag für die Bordverpflegung der BusinessClass auf der Kurzstrecke.

In New York ist Dogudan mit der neuen Demel-Konditorei zwar zufrieden, nicht aber mit der Location im Plaza Hotel. Angesichts der niedrigeren Immobilienpreise schaue man sich nach einem zweiten Standort in der Upper East Side oder der 5th Avenue um.

Als absoluten Volumenstreiber nannte Dogudan das Türkei-Geschäft, wo er mit Turkish Airways ein Joint Venture betreibt. Die Türkische Fluglinie wuchs zuletzt um 18 Prozent. Gemeinsam wird nun an einem exklusiven Hotelprojekt direkt am Bosporus neben der ersten Brücke zwischen Europa und Asien gearbeitet. Wenn alles klappt, ist die Eröffnung 2011/2012 geplant.

Im Geschäftsjahr 2008/09 stieg der Umsatz von Do & Co zwar um 9,3 Prozent auf 388 Mio. Euro, das konsolidierte Betriebsergebnis sank auf 8,61 Mio. Euro. Grund waren drei Sondereffekte: Abwertung des Catering-Vertrages mit der AUA, die Kosten für den Sozialplan der 120 gekündigten SkyGourmet-Mitarbeiter und margenfreie Umsätze bei der EURO 2008. Heuer werde der Umsatz zurückgehen und das Ergebnis auf dem bestehenden Niveau bleiben. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.6.2009)

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