NASA stellt Raumschiff zur Verfügung

16. Juni 2009, 12:32
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Hohe Kosten erfordern Kooperation - US-Raumfahrtbehörde für Trägerrakete und Orbitalmodul verantwortlich

Le Bourget - Für die erheblichen Finanzierungsproblemen der ESA für ihre an Umfang und Kosten in den vergangenen Jahren angewachsene Robotermission "ExoMars" scheint nun eine Lösung in Sicht. Die europäische Raumfahrtbehörde holt sich ihre US-Schwesterorganisation NASA an Bord. "Wir sind nahe an einer Einigung mit der NASA", sagte ESA-Chef, Jean-Jacques Dordain, am Dienstag bei der Pariser Luft- und Raumfahrtmesse Le Bourget.

Bis Monatsende würden beide Seiten voraussichtlich Absichtserklärungen für die 2016 geplante Mission "ExoMars" austauschen. Während die ESA das Landemodul, den Marsroboter und Bohrgeräte für Bodenproben stelle, werde die NASA für den Transport ins Weltall und das Orbitalmodul verantwortlich sein.

ExoMars ist eines der wichtigsten Projekte des ESA-Programm "Aurora" zur Erforschung des Sonnensystems. Die seit 2005 geplante Mission war zunächst in relativ kleinem Maßstab geplant und sollte nicht mehr als 650 Millionen Euro kosten. Im Laufe der Entwicklung verdoppelten sich die Kosten jedoch, weil der Umfang des Programms deutlich vergrößert wurde. Die ESA-Mitgliedstaaten waren daher nicht mehr bereit, die Kosten alleine zu tragen. Die Finanzierungsprobleme führten zu einer Verschiebung des Fluges, der ursprünglich schon 2011 stattfinden sollte.

Wichtige Mission

Dordain zufolge wird die NASA jetzt "einen bedeutenden Beitrag" leisten. Europa könne durch die Mission seine Leistungsfähigkeit bei den "wichtigsten Technologien" im Raumfahrtbereich zeigen, sagte der ESA-Chef. Dabei gehe es insbesondere um die Landung auf dem Roten Planeten, die Fortbewegung auf der Marsoberfläche und Bohrungen nach Bodenproben, sagte Dordain.

Die USA haben schon mehrere Roboter auf den Mars geschickt, darunter im Jahr 2003 die Forschungsroboter "Spirit" und "Opportunity", die dort nach Wasser suchen. Ihre ursprünglich nur auf drei Monate ausgelegte Mission dauert bis heute an. Die Robotermissionen sollen auch den Weg für einen bemannten Flug zum Roten Planeten ebnen, der ab 2040 ins Auge gefasst wird. (APA/AFP/red)

  • Der ExoMars Rover soll ab 2016 den Marsboden erforschen.
    foto: esa

    Der ExoMars Rover soll ab 2016 den Marsboden erforschen.

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