Jodtabletten zum Schutz vor Atomkatastrophe

16. Juni 2009, 09:28
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Energieriese EdF verteilt Medikamente an 400.000 Haushalte

Paris - Mit der kostenlosen Verteilung von Jodtabletten will der staatliche französische Elektrizitätskonzern EDF die Bürger im Lande vor den Folgen einer atomaren Katastrophe schützen. Insgesamt sollten 400.000 Haushalte und 2.000 Institutionen wie Schulen, Tabletten erhalten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die am gleichen Tag begonnene Aktion betrifft rund 500 Gemeinden, die im Umkreis von zehn Kilometern von einem Atomkraftwerk liegen.

Gefährliche Radioaktivität

In Frankreich gibt es 19 Atomkraftwerke mit zusammen 58 Reaktoren, die vier Fünftel des Stroms produzieren. Die Einnahme der Tabletten soll verhindern, dass bei einem Atomunfall radioaktives Jod von der Schilddrüse aufgenommen wird.

Das Netzwerk für den Atomausstieg "Sortir du nucleaire" nannte die Initiative "lächerlich". Bei einer Atomkatastrophe würden außer Jod noch Dutzende von unterschiedlichen radioaktiven Elementen frei - und dies nicht nur im Umkreis von einigen Kilometern. Völlig unklar sei zudem, wie und wohin im Ernstfall Hunderttausende von Menschen evakuiert werden sollten. (APA/AFP)

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