Finanzkrise drückt auf Büromieten

12. Juni 2009, 17:37
posten

Die geringere Nachfrage verursacht Einbrüche bei den Mietpreisen um teilweise mehr als zwanzig Prozent

Wien - Die Finanzkrise drückt die internationalen Büromieten nach unten. Besonders stark betroffen davon sind laut Gewerbeimmobilienberater CB Richard Ellis (CBRE) die weltweiten Finanzzentren. In einigen Märkten gingen die Mietkosten zum Ende des ersten Quartals 2009 im Jahresabstand um mehr als 20 Prozent zurück, in Singapur sogar um 34 Prozent. Im Durchschnitt der 170 untersuchten Metropolen wurden die Büros aber nur um 2,8 Prozent billiger.

"Die globale Rezession hat bereits deutliche Spuren auf den internationalen Märkten für Büroimmobilien hinterlassen. Am stärksten sind die Standorte betroffen, an denen schwerpunktmäßig Unternehmen aus der Finanzindustrie ansässig sind", sagte Andreas Ridder, Geschäftsführer von CB Richard Ellis Österreich.

Leichte Teuerung in Wien

Die teuersten Bürostandorte seien heute erheblich günstiger als vor einem Jahr. Dies macht sich besonders im Londoner West End bemerkbar. Bei der Untersuchung vor einem Jahr kostete ein Quadratmeter rund 169 Euro im Monat, heute ist eine vergleichbare Fläche für rund 117 Euro zu haben", so Ridder weiter.

Wien gehörte zu jenen Standorten, an denen zum Ende des ersten Quartals 2009 noch eine leichte Teuerung um 2,2 Prozent auf 22,50 Euro je Quadratmeter verzeichnet wurde, sagte Constanze Daburon von CBRE zur APA. Aktuell seien in der Bundeshauptstadt im Durchschnitt 23 Euro für einen Quadratmeter Bürofläche zu bezahlen - bis Jahresende erwarten die Immobilienexperten hier allerdings wieder eine leichte Verbilligung auf 22,50 Euro.

Tokio ist teuerster Standort

Der teuerste Bürostandort der Welt ist Tokio (124,30 Euro pro Quadratmeter) - vor dem Londoner West End (116,85 Euro) und der russischen Hauptstadt Moskau (115,25 Euro). Wien rangiert auf Platz 67, geht aus dem von CBRE vorgestellten Global Office Occupancy Cost Survey hervor, der die Mietkosten für Büroflächen von weltweit 170 Metropolen vergleicht. In den Mietkosten sind neben dem Mietpreis auch lokale Steuern und Betriebskosten enthalten.

In einigen Metropolen - wie eben in Wien - sind die Mietkosten entgegen dem Trend angestiegen. Hierzu zählen etwa auch Marseille (Frankreich) und Perth (Australien). Dies lässt sich mit außergewöhnlichen lokalen Marktverhältnissen begründen. Beispiel hierfür ist u.a. die Fertigstellung von Top-Immobilien in Märkten, in denen es diese bisher nicht in ausreichender Anzahl gab. Gleichzeitig wird damit die unterschiedliche Auswirkung der Finanzkrise auf die einzelnen Märkte deutlich. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Singapur (Bild) gingen die Mieten um bis zu 34 Prozent zurück.

Share if you care.