Volkskrankheiten im Visier

12. Juni 2009, 14:23
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Vorsorge und Individualisierung von Therapien im Zentrum kommender Gesundheitsforschung

Berlin - Auf dem ordentlichen Medizinischen Fakultätentag in Leipzig stellt Jürgen Mlynek die Gesundheitsforschung der Helmholtz-Gemeinschaft vor, die sich insbesondere den großen Volkskrankheiten und der Vorsorgeforschung widmet.

"Dass die Lebenserwartung weiter steigt, ist eine gute Nachricht, aber sie hat auch eine Schattenseite: Denn im Alter nehmen chronische Erkrankungen zu, wie Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Lungenerkrankungen. Aber auch der Alptraum der Demenz wird mit steigendem Alter wahrscheinlicher. Überernährung und mangelnde Bewegung haben Diabetes zu einer Volkskrankheit werden lassen und durch die weltweite Mobilität wird die Ausbreitung von Infektionskrankheiten begünstigt." So skizzierte Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft heute die Herausforderungen, vor denen auch die Forschung steht.

Therapien zuschneiden

Die Gesundheitsforschung der Helmholtz-Gemeinschaft hat ein Gesamtbudget von etwa 500 Millionen Euro pro Jahr. Die Arbeit im Gesundheitsbereich konzentriert sich auf die großen Volkskrankheiten Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolische Erkrankungen, Regenerative Medizin, umweltbedingte Erkrankungen, Infektionskrankheiten und Erkrankungen des Nervensystems. Dabei werden in den nächsten Jahren besondere Anstrengungen unternommen, um auf den Einzelnen zugeschnittene Therapien zu entwickeln und die Vorsorgeforschung auszubauen.

Erkrankungen beobachten - Rückschlüsse ziehen

Noch in diesem Jahr wird eine groß angelegte Kohortenstudie starten, in der rund 200.000 freiwillige Probanden über zehn bis zwanzig Jahre lang begleitet werden, um die Entwicklung von Erkrankungen zu beobachten und Rückschlüsse über Risikofaktoren zu ziehen, die mit der genetischen Veranlagung, mit Umweltfaktoren oder dem Lebensstil zusammenhängen. Auch der Wissenstransfer wird verstärkt: In Zusammenarbeit mit Universitätskliniken haben die Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft inzwischen mehrere große Translationszentren aufgebaut, die den Transfer von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis beschleunigen sollen. (red)

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