Chef warf abgetrennten Arm einfach in den Mist

11. Juni 2009, 18:45
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Unfall in einer Großbäckerei in Spanien

Valencia/Granada - Franns R. (33) arbeitete am 28. Mai in der Großbäckerei im Industriegebiet Real de Gandia (Valencia) - seit mehr als einem Jahr, zwölf Stunden täglich für weniger als 700 Euro im Monat. 23 Euro Tageslohn; so viel, wie auch Arbeitsmigranten im Almerías Gewächshausmeer bekommen.

Sozialversicherung kannten er, seine Kollegen und sein Chef nicht. Arbeitsvertrag hatte R. keinen, gültige Papiere auch nicht. Keine Seltenheit in Spanien. Doch als plötzlich R.s linker Arm in die Knetmaschine geriet, weil ihm ein Stück Plastik zu 40 Kilogramm Mehlmasse fiel, wurde dieser abgetrennt und die Schwarzarbeit ein Problem für den Chef. "Es war Glück" für R., laut dessen Schwester, dass "er die Maschine noch abstellen konnte, sonst hätte er den Unfall wohl nicht überlebt."

Sein Chef warf R.s Arm in den Mist und fuhr mit ihm in die Nähe des nächsten Krankenhauses, wo er ihn rund 200 Meter abseits, und mit den Worten "Sage ihnen einfach, es war ein Freizeitunfall" absetzte. (jam, DER STANDARD - Printausgabe, 12. Juni 2009)

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