Meinl Bank will Ausschüttung von Airports und Power stoppen

8. Juni 2009, 18:54
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Gespräche mit Rebellen wurden abgebrochen

Wien - Hinter den Kulissen der Meinl Bank und den ehemaligen Meinl-Unternehmen rumort es gewaltig. Nachdem vergangenen Freitag bekannt wurde, dass der Treuhänder Citicorp in dem Rückkauf der MEL-Zertifikate eine Verletzung des Jersey-Rechts erkennt, replizierte die Meinl Bank am Montag mit einer einstweiligen Verfügung in Jersey "gegen weitere Ausschüttungen von Airports International (AI) und Power International (PI). Die PI/AI-Anleger hatten Ende Mai aus einer Kapitalrückführung 4,60 Euro (PI) bzw. 2,25 (AI) erhalten. Weitere Kapitalrückführungen sind geplant.

Der Grund für dieses Vorgehen wird in einer Aussendung der Meinl Bank damit erklärt, dass der bei AI und PI stark engagierte Hedgefonds Elliott "und andere sogenannte Rebellen bisher konstruktiv geführte Gespräche im Zusammenhang mit der Bereinigung aller ausstehenden wechselseitigen Forderungen einseitig und überradschend beendet hat" .

Zur Erinnerung: Das neue Board von AI und PI hat die Meinl Bank auf in Summe rund 245 Mio. Euro verklagt. Hintergrund dafür ist die Auflösung der Verträge für das Market Making, die Lizenzgebühr für die Verwendung des Namens Meinl und der Managementvertrag, für die laut neuem Board viel zu hohe Gebühren verrechnet worden sein sollen. Die Meinl Bank hat mit Gegenklagen reagiert. Offenbar wollte man sich nun vergleichen und hat dazu erste Gespräche geführt.

Peter Weinzierl, Vorstand der Meinl Bank: "Es ist schon interessant, dass diese Aktion von Elliott betreffend MEL/Atrium genau einen Tag nach demAbbruch der Gespräche mit der Meinl Bank ... kommt" . Weinzierl bezeichnet dies als "eigennützige Strategie von Elliott" und sieht in den "fadenscheinigen juristischen Argumenten" den Versuch, "öffentlichen Druck aufzubauen" .

Der Rückkauf der MEL-Zertifikate im Jahr 2007 habe Jersey-Recht entsprochen, beharrt die Meinl Bank. Dazu gebe es ein Gutachten des englischen Queens Council vom 14. August 2007.

Dass in dieser Frage eine Prüfung läuft und Anleihe-Zeichner durch den Rückkauf eine Verletzung der Rahmenbedingungen der Anleihe orten, steht übrigens bereits im Geschäftsbericht für 2007 der Meinl European Land ("Eventualverbindlichkeiten").  (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.6.2009)

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