Die Krise half VP und FP

7. Juni 2009, 22:11
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Martin profitiert von Images des untypischen Politikers - Nichtwähler von EU enttäuscht

Wien - Vor allem ÖVP und FPÖ haben bei den Wahlentscheidungen der Österreicher von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise profitiert. Zu diesem Schluss kommt das ISA/SORA-Instituts bei seiner Umfrage zu den Wahlmotiven im Auftrag des ORF, die zwischen 4. und 7. Juni durchgeführt wurde. Für viele Nichtwähler war demnach das Angebot der Parteien und Spitzenkandidaten nicht attraktiv. Hans-Peter Martin kam sein Image des untypischen Politikers zugute.

Blaue und Martin fischten im Teich der EU-Skeptiker: 36 Prozent der FPÖ-Wähler bezeichneten in der Umfrage (1.251 Teilnehmer) die EU-Mitgliedschaft Österreichs als "schlechte Sache", 21 Prozent der Hans-Peter-Martin-Wähler bejahten die entsprechende Frage. Die Freiheitlichen konnten bei Personen, die direkt von der Wirtschaftskrise betroffen sind, mehr als die doppelt so viele Stimmen wie in der restlichen Wählerschaft sammeln, so ein weiteres Ergebnis. Vorteile durch die EU in Zeiten der Wirtschaftskrise sahen vor allem Grünwähler (83 Prozent) sowie Wähler der ÖVP (66 Prozent) und SPÖ (60 Prozent), während 60 Prozent der FPÖ Wähler dadurch Nachteile erwarten.

Jungwähler für ÖVP

Bei den jüngeren Wählern war die ÖVP mit 28 Prozent die stärkste Partei, aber auch die FPÖ konnte hier mit 19 Prozent ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen kommt die ÖVP mit 33 Prozent vor der SPÖ, die hier 29 Prozent erreicht.

Wahlmotive der SPÖ-Wähler waren die Forderung nach einem sozialeren Europa, danach das Stammwählermotiv, das wiederum bei ÖVP-Wählern der stärkste Grund war, am Sonntag zur Wahl zu gehen. Die Grünen konnten bei ihren Wählern mit Umwelt- und Klimathemen punkten, während bei FPÖ und BZÖ Zuwanderung und das Thema EU-Beitritt der Türkei als stärkste Wählermotive anzusehen sind.

ISA/SORA sieht die Nichtwähler vorzugsweise aus dem Kreis von älteren Personen rekrutiert, im Gegensatz zu einer aktuellen Umfrage von GfK (siehe gesonderte Meldung). Etwa 65 Prozent gaben laut ISA/SORA an, ihre Wahlentscheidung schon vor längerer Zeit getroffen zu haben. (APA)

 

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