Seit Jahren als FARC-Geisel geltender Soldat wieder aufgetaucht

5. Juni 2009, 22:59
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Angebliche Geisel lebte offenbar jahrelang in Bogotá - Möglicherweise Entführung vorgetäuscht

Bogotá - In Kolumbien hat ein als entführt geltender Soldat offenbar jahrelang unbehelligt in der Hauptstadt Bogotá gelebt. Wie die Zeitung "El Tiempo" am Freitag berichtete, kontrollierte die Polizei den früheren Soldaten, nachdem er sich in eine Schlägerei zwischen Schülern eingemischt und dabei einen Jugendlichen geschlagen hatte. Dabei kam heraus, dass es sich bei dem Mann um eine angeblich im Herbst 2005 von den FARC-Rebellen entführte Geisel handelte. Auf der Internetseite der Armee wird er in einer Liste mit Entführten aus den Reihen des Militärs geführt. Im Dezember 2007 wurde sogar eine Messe zu seinen Ehren gehalten.

Die Familie des Mannes hatte im Oktober 2005 die Entführung des Soldaten gemeldet. Die Frau der angeblichen Geisel wandte sich sogar über einen Radiosender an ihren Mann und sandte ihm Botschaften. Die kolumbianischen Behörden wollen nun untersuchen, ob die Familie sich durch die vorgegaukelte Entführung finanzielle Vorteile verschaffte. (APA)

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