Studie weist steirische Universitäten als Wirtschaftsmotor aus

5. Juni 2009, 15:20
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"Sind nicht nur Butter am Brot, sondern Brot als solches" - 1,2 Milliarden Euro an Effekten

Graz - Die steirischen Universitäten gehen angesichts des drohenden "Verteilungskampfs" um die Mittel des Bundes für die kommenden Jahre in die Offensive und positionieren sich mit einer am Freitag in Graz präsentierten und von der Industriellenvereinigung (IV) Steiermark durchgeführten Studie als "Investoren". Alfred Gutschelhofer, Rektor der Universität Graz, sprach stellvertretend für alle steirischen Rektoren von einer "ökonomischen Konstante", die die Universitäten in der Wertschöpfungsrechnung ausmachten.

Konsumation im Wert von 435 Millionen Euro

Bestrebungen anderer Standorte wie etwa Linz und Salzburg, der Steiermark den Rang als Studentenstandort abzulaufen, will man durch gemeinsames Auftreten aller steirischen Universitäten in Wien entgegenhalten. Die über die Dauer eines Jahres durchgeführte Studie stellt einen ersten Ruf an die Öffentlichkeit und das Bildungsministerium dar, um zu zeigen, dass Universitäten nicht nur "die Butter am Brot sind, sondern das Brot als solches," veranschaulichte Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der steirischen IV.

Die erhobenen Daten stammten aus dem Jahr 2006 und erfassten alle steirischen Universitäten exklusive der Kunstuniversität, da diese aus methodischen Gründen nicht einbezogen werden konnte, so Pildner-Steinburg. Ergebnis der Erhebungen: Beschäftigte und Studierende der steirischen Unis konsumieren jährlich Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von rund 435 Mio. Euro. Das beweise, dass die Universitäten "keine Subventionsnehmer" seien, sondern ein "Motor für die Wirtschaft", erklärte Pildner-Steinburg.

Ohne Unis "wirtschaftlich ärmer"

Die direkten und indirekten Effekte auf Produktion, Einkommen und Wertschöpfung machten insgesamt 1,2 Mrd. Euro aus, wobei sich mit 834 Mio. Euro fast 70 Prozent unmittelbar in der Steiermark auswirken würden, unterstrich der IV-Präsident. Weiters schafften die steirischen Universitäten knapp 11.000 Vollzeitarbeitsplätze. 86 Prozent von ihnen befinden sich in der Grünen Mark. "Ohne Universitäten wäre die Steiermark nicht nur weniger intelligent, sondern auch wirtschaftlich ärmer," so Pildner-Steinburg. Allein der Stadt Graz würden ohne Studenten pro Jahr rund 300 Mio. Euro u.a. aus Mieten entgehen. (APA)

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