Luxus auf dem Fahrrad

3. Juni 2009, 16:57
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Christan und Uwe sind gestartet und berichten erstmals von ihrer langen Reise mit dem Fahrrad quer durch Europa und Asien. Dazu gibt es ein Video

Auf einer Radreise muss man sich einiges abgewöhnen. Toiletten, Badezimmerspiegel und keimfreies Besteck zum Beispiel. Aber muss man auch auf eine bequeme Matratze verzichten? Wie sieht's aus mit einem großen Topf oder mit der Gitarre?

Irgendwie ist es widersprüchlich: Man zieht hinaus, um einfach und aufs Notwendigste reduziert zu leben. Und gleichzeitig versucht man, es sich so angenehm wie möglich zu machen. Drahtesel wäre längst das falsche Wort für die Hightech-Industrie-Produkte, auf denen wir unterwegs sind. Darauf packen wir möglichst unkaputtbare, wasserdichten Taschen und die Magnesiumtabletten haben wir auch immer griffbereit. Wir schlafen zwar in Wald und Wiese - aber bitte nur auf unseren sieben Zentimeter dicken, ultraleichten Luxus-Luftmatratzen und im Kunstfaserschlafsack mit Insektenschutz. Selbst ein Notebook - genauer: ein Toughbook - im Gepäck kann sich der Abenteurer heute leisten.

Ja, wir sind draußen in der Natur; aber wir sind alles andere als nackt und barfuss unterwegs. Wir verzichten (anscheinend) auf vieles und gehen an unsere Grenzen - doch nur so weit, wie uns der Zivilisationsüberdruss treibt und das Ganze noch Spaß macht. Apropos: Immerhin bei der Bekleidung haben wir uns auf das Wesentliche beschränkt. Oder nicht? Wo ist die Grenze? Mit diesem Video kann man sich selbst ein Bild machen.

Auf dem Video sieht man auch ein paar Bilder von unserer ersten Etappe durch Slowenien. Gegen einige Berge und viel Wind hatten wir zu kämpfen, landeten letztendlich aber problemlos an der kroatischen Küste. Hier strecken wir erstmal alle Viere von uns und packen Gitarre und Melodica aus - noch so ein Luxus, auf den wir einfach nicht verzichten konnten. Denn ohne Musik schmeckt das Leben schal. Und wenn schon der MP3-Player zu Hause bleibt ...

Dafür stellten wir fest, auf welchen Luxus wir problemlos verzichten können: das Hotel. Nach fünf Nächten im Freien freuten wir uns zunächst auf ein Dach über dem Kopf, stellten dann aber fest: Die Matratze ist zu weich, die Luft zu stickig - wir steigen gern wieder auf unser Rucksack-Schlafzimmer um. (Christian Walter/Uwe Sattelkow)

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    foto: sattelkow
  • Alles gut verstaut auf den Hightech-Fahrrädern.
    foto: sattelkow

    Alles gut verstaut auf den Hightech-Fahrrädern.

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